Berlin : Das Fest zur Rede: Kreative im Bellevue

Roman Herzog lädt Erfinder und Wissenschaftler ein BERLIN (Bi).Der Transrapid vor dem Schloß Bellevue hat sich in den letzten Tagen zum echten Fotostar bei Touristen und einheimischen Passanten entwickelt.Die Tatsache, daß er dort ausgestellt ist, bedeutet allerdings kein Votum.Wenn heute abend 5000 Gäste auf Einladung des Bundespräsidentn zum "Fest der Ideen" im Schloßpark zusammenkommen, darf gerne kontrovers diskutiert werden - sowohl über die Technikfolgen wie auch über die Folgen der Nichtanwendung. Die Themen Reformfähigkeit und Reformbereitschaft ziehen sich wie ein roter Faden durch die bisherige Amtszeit Roman Herzogs.Zu seinen erklärten Zielen zählt es, Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und den wissenschaftlichen Fortschritt zu fördern.Insofern, sagte Staatssekretär Wilhelm Staudacher vorab vor Journalisten, sei dieses Fest auch eine gute Werbung für Berlin als Zukunftsstadt und für Deutschland als High-Tech-Land.Kreative aus allen innovativen Bereichen sollen zusammenkommen, auch ganz junge Erfinder sind geladen. Für Ministerialdirigent Walter Karschies hielten die Vorbereitungen für das Fest der Ideen, denen er sich seit Jahresbeginn widmet, manche Überraschung bereit.So war ihm nicht klar gewesen, daß in Deutschland einen der weltweit raren Näher von Weltraumraumanzügen tätig ist.Mit dabei sind auch einer der modernsten Hubschrauber der Welt, der Eurocopter, der kleinste Laser und eine Mikrobrauerei.Die Hauptrolle werden, das war schon gestern sichtbar, die Computer spielen.Per Internet wird es eine direkte Verbindung zu einer Schule in Oberhausen geben. Etwa 50 innovative Exponate werden in einem großen Zelt ausgestellt.Das technologiefreundliche Klima im Lande soll verbessert werden, das ist, wie Staudacher nochmals betonte, eines der wichtigsten Anliegen des Bundespräsidenten.Die Berliner Rede war nur ein Paukenschlag in diese Richtung, viele weitere Vorstöße werden kompakt nachzulesen sein in einem im November erscheinenden Buch mit allen Reden des Bundespräsidenten, dessen Erscheinen Staudacher gestern ankündigte. "Wir haben zwar großartige Forscher, Techniker und Erfindungen, aber gleichzeitig ein Umsetzungs- und Einführungsdefizit", sagte er.Das soll sich ändern, denn es gehe nicht an, viel Geld für Forschung auszugeben, die Anwendung dann anderen zu überlassen und zu hohen Kosten die Endprodukte zu importieren.Bei einem Fest läßt sich gesprächsweise natürlich manches in Gang setzen.Aber dabei soll es nicht bleiben.Im Herbst wird Roman Herzog eine große Rede zur Bildungspolitik halten.Und am 28.November wird der mit 500 000 DM dotierte Deutsche Zukunftspreis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation verliehen.Mit dessen Hilfe soll das Technologiethema dann auch zum Anliegen einer breiteren Öffentlichkeit werden. Damit das alles nun nicht zu technologisch und innovativ wird, hat man auch an ein Kontrastprogramm gedacht.Ein Schauspieler liest aus dem Faust, und Udo Jürgens singt eine halbe Stunde lang gratis.Wer selbst nicht Gast sein kann, hat wenigstens am heimischen Fernseher die Möglichkeit, Zeuge einer weiteren interessanten Innovation zu werden: Der "Bericht aus Bonn" kommt an diesem Abend erstmals live aus Berlin vom Fest der Ideen.

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