Berlin : Das geklaute Gold der DDR Schmuck-Eigentümer gesucht

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Sie sind reich verziert, mit Perlen und Ornten versehen und die meisten aus purem Gold: 56 Schmuckgegenstände aus dem so genannten DDR-Nachlass. Gestern wurden sie in der Forschungs- und Gedenkstätte an der Normannenstraße präsentiert. Doch keiner weiß, wem die Armbänder, Taschenuhren, Broschen und Colliers einst gehörten.

Reinhard Dobrinski vom Forum zur Aufklärung und Erneuerung e.V. geht davon aus, dass der Schmuck einst im Auftrag des Ministeriums der Staatssicherheit konfisziert wurde. „Aber in welchem Zeitraum und von welchen Eigentümern ist unklar“, erklärt er. Das Gold soll aus den von der Staatsanwaltschaft Berlin beschlagnahmten Beständen des Schalck-Golodkowski-Imperiums Kommerzielle Koordinierung (Koko) stammen. „Wie der Schmuck in dessen Besitz gelangte, ist auch offen“, betont Reinhard Dobrinski.

Jetzt sucht der Verein nach den rechtmäßigen Eigentümern. Das Bundesamt zur Regelung offener Vermögensfragen (BARoV) hat deshalb die Gegenstände als Leihgabe dem Forum zur Aufklärung und Erneuerung übergeben. Seit sieben Jahren bemühte sich das Bundesamt vergeblich, die einstigen Besitzer ausfindig zu machen. Schmuck und Wertgegenstände aus insgesamt 112 unterschiedlich großen Behältern gehörten zu dem besonderen DDR-Nachlass. „Die meisten Sachen mussten wir veräußern, weil sie nicht identifizierbar waren“, sagt Horst-Dieter Kittke, Präsident des Bundesamtes. Dazu gehörten Eheringe mit und ohne Gravierungen, Ketten, Broschen und sogar Goldstaub. Kittke hofft, dass durch die Ausstellung der Wertsachen die Opfer oder deren Erben ihren Schmuck zurückbekommen.

Sofort können die Sachen im Gesamtwert von 40000 Euro allerdings nicht in der Normannenstraße ausgestellt werden. „Wir benötigen eine fest verankerte Vitrine.“ Er geht jedoch davon aus, dass ab Herbst die Sachen gezeigt werden können. Steffi Bey

Die 56 Schmuckstücke im Internet: www.barov.bund.de

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