Berlin : Das gewisse Extra

Heimärzte und Qualitätsdaten im Berliner Projekt

Das Berliner Projekt

wurde 1998 mit 38 Pflegeheimen der Hauptstadt gestartet. Hauptunterschied sind die fest im Heim angestellten Mediziner oder vertraglich an die Einrichtung gebundenen niedergelassenen Ärzte (siehe Angaben in der Bezirkstabelle unter der Spalte „Ärztliche Versorgung“). Die beteiligten Krankenkassen zahlen für den höheren Aufwand mehr Geld an die Einrichtungen. 2007 sind immer noch nur 38 Pflegeheime dabei – obwohl sich weitere Einrichtungen dem Projekt anschließen wollen. Doch ein Streit zwischen Krankenkassen und Kassenärztevereinigung (KV) um die Honorare blockiert derzeit eine Ausweitung.

Neu ist auch, dass die Projektheime regelmäßig Qualitätsdaten nach internationalem Standard erheben müssen – die so- genannten Resident Assessment Instruments (RAI - siehe Interview auf Seite 13). Diese werden von der Berliner Consulting-Firma Arbuma ausgewertet und unter anderem auch zu anonymisierten Ranglisten zusammengeführt. Ein namentlicher Qualitätsvergleich ist also noch nicht möglich. Auf einem Workshop der KV Berlin präsentierte die Arbuma vor einigen Wochen Ergebnisse zu Qualitätsindikatoren für 2005 und 2006.

Indikator Stürze: Hier wird der Anteil der Bewohner erfasst, die binnen 30 Tagen vor Datenerhebung gestürzt sind. Im besten Haus gab es keinen Sturz, im schlechtesten der 38 erfassten Einrichtungen waren knapp 20 Prozent der Bewohner gestürzt. Der Durchschnitt für alle Projektheime lag bei rund 7 Prozent.

Indikator Gewichtsverlust: Hierbei wird gezählt, wie viele Bewohner binnen 30 Tagen über fünf Prozent an Gewicht verloren oder mehr als zehn Prozent innerhalb von sechs Monaten. Während es im bestplatzierten Heim keinen Bewohner betraf, waren das im schlechtestplatzierten über die Hälfte der Pflegebedürftigen. Der Mittelwert für alle Heime lag bei rund 20 Prozent. Die Werte schwanken stark: Im besten Heim 2006 hatte man im Vorjahreszeitraum noch rund 25 Prozent Bewohner registriert, die einen Gewichtsverlust erlitten.

Mit dem Qualitätsindikator Dekubitus werden die Pflegebedürftigen erfasst, bei denen ein hohes Risiko für ein Druckgeschwür besteht (zum Beispiel, weil sie bettlägerig sind) und bei denen dann tatsächlich eines auftrat. In sechs Pflegeheimen betraf dies keinen Bewohner, im schlechtestplatzierten dagegen war rund jeder vierte Bewohner betroffen. Der Projektdurchschnitt betrug 13 Prozent. Auch hier sind zum Teil starke Veränderungen gegenüber 2005 festzustellen. So registrierte ein Heim in 2006 keinen Dekubitusfall, ein Jahr zuvor jedoch bei der Hälfte der in die Erfassung einbezogenen Bewohner. I.B.

Informationen im Internet unter www.arbuma-consulting.de. Eine Liste der 38 Heime im Berliner Projekt finden Sie unter www.aok.de/berlin, Stichwort „Pflege“

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