Berlin : Das Gute kam von oben

Zum Tag der offenen Tür kommen die Piloten von damals ins AlliertenMuseum

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Für Teenager ist der Besuch des Tags der offenen Tür, zu dem das AlliiertenMuseum zum zehnjährigen Jubiläum einlädt, eigentlich ein Muss. Für sie wird es ein Ausflug in eine fremde, exotische Welt. In eine Welt, die durch den „Eisernen Vorhang“ geteilt war und in der in West-Berlin Amerikaner, Engländer und Franzosen das Sagen hatten. Von 12 bis 17 Uhr kann man am heutigen Sonnabend in Zehlendorf, Clayallee 135, Ausschnitte aus dieser Welt erleben, denn das AlliiertenMuseum öffnet zum zehnjährigen Bestehen seine Türen zu den Großobjekten auf dem Freigelände.

So kann man im Wachhäuschen des Checkpoint Charlie lernen, wie das funktionierte mit den alliierten Kontrollpunkten. In der „Hastings“ der britischen Royal Air Force besteht sogar die Möglichkeit, mit einem jener Piloten zu sprechen, die während der Berlin-Blockade die Stadt mithilfe einer Luftbrücke mit Lebensmitteln versorgt und so am Leben gehalten haben. Ab 14 Uhr besteht zudem die Möglichkeit, an der Sektbar des französischen Militärzugs mit einem französischen Zeitzeugen zu reden.

Bereits um 13 Uhr gibt es eine Sonderführung durch die aktuelle Sonderausstellung, die der Bergung und Restaurierung des Berliner Spionagetunnels gewidmet ist. Er verlief von Rudow nach Altglienicke und diente dem Abhören sowjetischer Telefonleitungen. Vor 50 Jahren, im April 1956, war er von den Sowjets „entdeckt“ worden – ein Akt der Propaganda, denn über einen Spion waren sie schon lange darüber informiert, konnten aber nichts dagegen machen, um den Spion nicht zu gefährden.

Es wird heute auch ein Kinderzelt geben, in dem gemalt und gebastelt wird, und außerdem interaktive Führungen durch die ständige Ausstellung. Um 16 Uhr wird dann eine Schulstunde der Berlin American High School abgehalten.

Für viele ältere Berliner ist die Erinnerung an jene Zeiten ein Teil ihrer eigenen Lebensgeschichte. Es sind ja auch viele Freundschaften zwischen den über die Jahre hier stationierten Soldaten und den Berlinern entstanden, die zum Teil bis heute existieren. Die Musik, die bei den vielen gemeinsamen Veranstaltungen in den Bezirken ertönte, ist längst verklungen. Aber beim Tag der offenen Tür gibt es ein Wiederhören. Zur Eröffnung ist gleich um 12 Uhr ein Platzkonzert mit der Band der United States Air Force in Europe angesetzt, um 15 Uhr folgen der Auftritt eines britischen Dudelsackspielers und um 16.30 Uhr ein Abschlusskonzert mit der US-Band und der französischen Militärkapelle.

Der Tag der offenen Tür erinnert an den 10. Oktober 1996, als offizielle Vertreter der Bundesregierung, des Landes Berlin, der USA, Großbritanniens und Frankreichs das Gründungsdokument des Museums unterzeichneten. Die feierliche Eröffnung des Museums folgte zwei Jahre später am 27. Juni 1998 aus Anlass des 50. Jahrestags der Berliner Luftbrücke. Bi

Weitere Infos im Internet unter

www.alliiertenmuseum.de

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