Berlin : Das haben sie von Papa gelernt: Eine Büste für Fritz Wisten

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„Sieht doch wunderbar aus“, sagt die 76-jährige Eva Wisten über die frisch enthüllte Büste ihres Vaters Fritz Wisten. Und auch ihre Schwester Susanne Wisten-Weyl findet den Prinzipal gut getroffen: „Er war ein toleranter, humorvoller Mensch, der auch vergeben konnte“. Sonst hätte der charismatische Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter des Jüdischen Kulturbundes nach Berufsverbot, KZ und Zwangsarbeit 1945 wohl kaum so beherzt an den Wiederaufbau der Berliner Theaterszene gehen können. Gestern wurde der erste Nachkriegsintendant des Theaters am Schiffbauerdamm – heute Berliner Ensemble - mit einer proppevollen und bewegenden Matinee geehrt. Grande Dame Gisela May , der wunderbare Otto Tausig und viele andere Schauspieler lasen Texte und Briefe von Fritz Wisten.

Die Liebe zum Theater steckt den Wistens im Blut. Die Berliner Theaterfamilie umfasst inzwischen drei Generationen: Vater Fritz Wisten, der Schauspielgrößen wie Michael Degen, Armin Müller-Stahl oder Martin Benrath entdeckte, seine Frau, die Schauspielerin Gertrud Wisten, die Töchter Eva Wisten, als Theaterwissenschaftlerin einst an der Akademie der Künste tätig, und Schauspielerin Susanne Wisten-Weyl, beide verheiratet mit bekannten Bühnenbildnern; und auch drei Enkel schnuppern als Schauspieler, Manager oder Verleger professionell Theaterluft. „Ich wusste schon mit elf Jahren, dass ich zur Bühne will“, sagt Susanne Wisten-Weyl. Kein Wunder, wenn man als Kind im Elternhaus in Schlachtensee schon Gustaf Gründgens kennengelernt hat. gba

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