• „Das hat auch viele Deutsche getroffen“ Wie türkische Blätter über die Anschläge auf Moscheen berichten

Berlin : „Das hat auch viele Deutsche getroffen“ Wie türkische Blätter über die Anschläge auf Moscheen berichten

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Sogar am ersten Tag des höchsten religiösen Feiertags der Muslime, dem Ramadanfest, hat in den Niederlanden eine Moschee gebrannt. Und wie berichteten die verschiedenen türkischen Zeitungen in Berlin darüber?

Am folgenden Tag brachten sie seitenweise Aufnahmen, die Jan Peter Balkenende, den niederländischen Ministerpräsidenten, beim Besuch einer Moschee gleich nach dem Anschlag zeigten. „Ihr seid nicht ohne Schutz“, soll der hohe Gast zu den Menschen in dem Gebetshaus gesagt haben. Und die Tageszeitung Türkiye titelte zum reich bebilderten Aufmacher auf der Titelseite: „Moralische Unterstützung vom Ministerpräsidenten.“

Über den Anschlag selbst brachten die Zeitungen fast trotzig einen viel kleineren Bericht. Denn die Zeichen im türkischen Blätterwald standen im Vorfeld der AntiTerror-Demonstration am Sonntag in Köln ganz auf Frieden und Freundschaft. Selbst über den Brandanschlag auf die türkische Fatih-Moschee in Sinsheim in Baden-Württemberg, der sich in der Nacht zum Donnerstag ereignet hatte, berichteten die Zeitungen ganz ohne Aufregung.

Die Hürriyet zeigte am Freitag auf der Frontseite ihrer Europa-Beilage ein Foto, auf dem deutsche und türkische Bewohner des Ortes vor der abgebrannten Eingangstür des Gebetshauses zu sehen sind. „Die abscheuliche Tat wird keine Wirkung zeigen“, prophezeite die Zeitung und meinte damit, dass sich die Türken auf keinen Fall provozieren lassen werden. Schließlich habe diese schreckliche Tat „auch viele deutsche Freunde zutiefst getroffen“. Die Hürriyet berichtete zudem als eines der wenigen türkischen Blätter kontinuierlich über die Woche verteilt über den Fall des „aufwieglerischen Imams“ von Kreuzberg.

Die Milliyet brachte die Geschichte etwas später, aber am Mittwoch gleich als Anriss auf der Titelseite und als Aufmacher im Innenteil: „Imam, der Hass predigte, vom Dienst suspendiert“. Beide Zeitungen zeigten ein Foto von ihm. Suzan Gülfirat

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