Berlin : Das herzogliche Recht auf die ersten weißen Stangen

Die Landesvertretung Baden-Württemberg eröffnete die Spargelsaison mit Kulturschaffenden

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So ein bisschen regionales Auftrumpfen gehört zum Charme der Landesvertretungen, die ja die kulturelle Landschaft der Stadt vielfach bereichern. Berlin sei zwar schneller gewesen beim Ausrufen der Spargelsaison, sagte der Bevollmächtigte des Landes Baden-Württemberg, Rudolf Köberle . Aber dafür sei die erste urkundliche Erwähnung dem Herzog von Württemberg zu danken, der das königliche Gewächs bereits 1565 in seinem Lustgarten angebaut habe. Zum ersten Mal eröffnete der Minister die badische Spargelsaison mit Gästen aus der Kulturszene und will daraus möglicherweise eine Tradition machen, denn zwischen den Regionen gebe es viele Anknüpfungspunkte.

Der Küchenchef des Hauses untermauerte die These des Ministers, dass ein Lustgarten im Grunde der einzig passende Ort für den Spargelanbau ist, mit einem getrüffelten Spargelcremesüppchen, mit einer perfekt schaumigen Hollandaise, die nicht nur zum Spargel und den neuen Kartoffeln passte, sondern auch zu den „Kratztete“ genannten Fetzen vom hauchdünnen Pfannkuchen. Zum Spargel gab es den Wein „aus der gleichen Erde“ vom Winzerkeller Wiesloch. Protokollchef Werner Schempp erzählte von der Kunst, an einem Glas die Benimmkünste seines Benutzers abzulesen. Damen dürfen Lippenstiftspuren hinterlassen. Unter den Studenten der Spargelkultur waren unter anderem Fernsehkulturmann Professor Rott , der Direktor des Centrum Judaicum Hermann Simon , die amtierende Leiterin der Antikensammlung Gertrud Platz und der Stuttgarter Kunstprofessor Otto Herbert Hajek , der die Skulptur „Wegzeichen 3 A“ vor der Landesvertretung geschaffen hat. B i

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