Berlin : Das Hoch "Zoe" beschert uns bis auf weiteres heiße Tage und laue Abende

Silke Edler

Traumhaftes Spätsommerwetter sagen die Meteorologen bis in die kommende Woche voraus. Angetrieben vom Hoch "Zoe" sollen die Temperaturen am Sonnabend sogar auf bis zu 30 Grad steigen, von Sonntag an allerdings wieder sinken. Dennoch: etwa 25 Grad werden wieder erreicht. "Wie die Temperaturen sich in der kommenden Woche genau entwickeln, ist noch nicht ganz klar", sagte Thomas Globig vom Wetterdienst Meteofax. Fest stehe dagegen, dass die Werte im September bisher deutlich über der jahreszeitlichen Durchschnittstemperatur lagen. "Normalerweise messen wir in der ersten Septemberhälfte um die 20 Grad und haben mehr Regen, als bisher gefallen ist", erklärt der Meteorologe.

Damit ist der September bisher nicht nur außergewöhnlich warm, sondern auch extrem trocken. "Das Rauchverbot im Wald sollte deshalb dringend eingehalten werden", appellierte Marc Wranosch von der Forstverwaltung. Schon ein kleiner Funke könne verheerende Brände zur Folge haben.

Bisher gab es in den Berliner Wäldern allerdings nur kleine Feuer. Schlechter als für die Forsten sieht es vor allem für die Brandenburger Landwirte aus. "Die Maisernte war nicht gut", sagte Helmut Lehmann vom Brandenburgischen Landwirtschaftsministerium. Aus Angst vor Trockenheitsschäden sei das gelbe Korn bereits zwei Wochen vor der eigentlichen Erntezeit eingeholt worden - teilweise bereits vertrocknet. Für Großstädter sind diese Launen der Natur allenfalls nebensächlich. Viel wichtiger ist den meisten, in Cafés und Restaurants sitzen zu können, die bis in den späten Abend ihre Tische und Stühle draußen haben.

"Kaum jemand setzt sich bei diesem Wetter nach drinnen", sagt ein Mitarbeiter des griechischen Restaurants "Ypsilon" an der Schöneberger Hauptstraße. Der Restaurantgarten ist jeden Abend gut besucht und über den spätsommerlichen Umsatz könne man sich auch nicht beklagen. Auch die Eisdielen haben immer noch viel Kundschaft. "Der Ansturm auf unser Eis war in den Ferien zwar stärker, wir sind aber noch sehr zufrieden", sagte eine Mitarbeiterin von Häagen-Dazs in der Karl-Liebknecht-Straße. Alle Eis-Liebhaber seien aber gewarnt: Die warmen Temperaturen werden in den kommenden Tagen vermehrt Wespen anlocken, die auf der Suche nach Nahrung sind. "Die natürliche Nahrung wird weniger, da kann sich eine Wespe schon mal in die Küche oder auf die Eistüte verirren", sagte Stephan Scheuerer von der Senatsgesundheitsverwaltung.

Abkühlung bieten unterdessen bis zum 26. September noch einige Schwimmbäder. Wer es bis jetzt nicht geschafft hat, sich einen passenden Badeanzug zu kaufen, kann dies in den großen Kaufhäusern nachholen. "Wir haben das ganze Jahr über Bademoden", sagte Karin Tauer vom KaDeWe. In den Galeries Lafayette sieht es dagegen nicht ganz so üppig aus. "Wir haben schon hauptsächlich Wintermode im Angebot, aber auf einigen Regalen gibt es auch noch Sommerstücke", sagte eine Sprecherin.

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