Berlin : Das Humboldt-Forum gibt U-Bahnlinie 5 neuen Schwung

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Der Aufbau des Stadtschlosses für das Humboldt-Forum ab 2010 könnte die Verlängerung der U-Bahnlinie 5 zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz erheblich beschleunigen. Das hängt damit zusammen, dass auf der Spreeinsel ein U-Bahnhof entstehen soll. Die neue Strecke unterquert das künftige Humboldtforum. Es mache keinen Sinn, dort erst zu bauen und dann für einen U-Bahnausgang alles wieder aufzubuddeln, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit.

Eigentlich sollte die umstrittene U-Bahnlinie erst 2020 fertiggestellt werden. Zwar wird voraussichtlich im Herbst 2008 die Teilstrecke zwischen Brandenburger Tor und Hauptbahnhof in Betrieb genommen. Aber die Verlängerung Unter den Linden via Schlossplatz, Rotes Rathaus bis zum Alex lässt auf sich warten, weil der Senat das Projekt 2001 – aus finanziellen und verkehrspolitischen Gründen – blockiert hatte.

Erst als der Bund drohte, die schon verbauten 170 Millionen Euro vom Land Berlin zurückzufordern, einigte man sich auf einen Kompromiss: Etwa 2010 sollte der U-Bahnbau ab dem Brandenburger Tor fortgesetzt und zehn Jahre später abgeschlossen werden. Die überraschende Ankündigung des Bundesverkehrsministers Wolfgang Tiefensee, mit dem Aufbau des Berliner Schlosses schon 2010 zu beginnen, macht einen Strich durch diese Zeitrechnung.

Deshalb verhandeln der Bund und Berlin darüber, wie beide Projekte zeitlich und bautechnisch verknüpft werden können, wie der Senat und Verkehrsexperten der Koalition nun bestätigen. Dabei geht es um den genauen Standort des U-Bahnhofs am Schlossplatz und die Lage der Ausgänge. Und es muss geklärt werden, wie tief der U-Bahntunnel gelegt werden muss, um nicht mit dem Schlossbau zu kollidieren. Erst der Verzicht auf eine Tiefgarage macht es möglich, dass die U-Bahn dort entlangfahren kann.

Aber es drängt die Zeit, denn der Baugrund auf der Spreeinsel ist schwierig. Schon am Brandenburger Tor hatten Grundwasserprobleme den U-Bahnbau erheblich verzögert. „Die Probleme sind komplex“, bestätigte gestern Senatssprecher Michael Donnermeyer. Auch die Finanzierung ist noch nicht geklärt. za

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