Berlin : Das individuelle Programm

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Der Naturheilmediziner Peter D’Adamo vertritt die Theorie, dass jeder Mensch, abhängig von seiner Blutgruppe, Lebensmittel unterschiedlich gut verträgt. Er ordnet den vier Blutgruppentypen unterschiedliche Charaktere und auch gesundheitliche Risiken zu. Seine Lösung: unterschiedliche Speisepläne für unterschiedliche Typen. Blutgruppe0-Menschen empfiehlt er eiweißreiche Kost und den weitgehenden Verzicht auf Getreide. Typen der Gruppe A rät er zu einer vorwiegend vegetarischen Ernährung, erlaubt Blutgruppe-B-Trägern außer Fleisch, Gemüse und Obst auch den Genuss der von ihm sonst verpönten Milch und rät Menschen der Gruppe AB vom Verzehr von Obst ab. Im Mittelpunkt von D’Adamos Theorie stehen die Lektine, Eiweiße mikrobiellen, pflanzlichen oder tierischen Ursprungs. Er behauptet, dass diese Eiweiße im ungünstigen Fall zur Agglutinierung, also Verklumpung des Blutes, führen können. Wer sich falsch ernährt, wird krank. Deshalb unterteilt er Lebensmittel in „sehr bekömmlich“, „neutral“ und „zu vermeiden“. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) kritisiert vor allem, dass D’Adamos Theorie, die alle Menschen in vier Typen klassifiziert, „keine geeignete individuelle Ernährungsweise darstellt“. Er bringe viele Lebensmittel-Lektine mit Blutgruppen in Verbindung, obwohl die gar nicht blutgruppenspezifisch reagierten. Außerdem wird kritisiert, D’Adamo unterscheide nicht zwischen rohen Lebensmitteln und ihren verschiedenen Zubereitungsformen. Schließlich würden manche Lektine durch Hitze oder Keimung erst aktiviert.

Trotzdem ist bewiesen, dass es risikoreiche Eiweiße gibt, die etwa Rheuma, Allergien oder Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen fördern. Und immerhin schränkt D’Adamo bei allen Blutgruppen den Konsum von Milch und Weizenkorn ein. Damit werden die beiden wichtigsten Ursachen für Verdauungsprobleme beseitigt. Tsp

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