Berlin : Das innere Lächeln

Er ist ein Botschafter des Gesangs: Chorleiter Frank Markowitsch sagt, das Singen tut dem Menschen gut

Aliki Nassoufis

Singen entspannt und macht glücklich, da ist sich Frank Markowitsch sicher. Der Chorleiter des Jungen Ensembles Berlin singt seit seiner Grundschulzeit. „Wer niedergeschlagen ist und singt, der wird sich danach viel besser fühlen“, sagt er. Das liege am „inneren Lächeln“. So nennt man die positive Einstellung, die sich beim Singen durch den Einsatz der Gesichtsmuskulatur wie von selbst ergibt. Wer dann noch Lieder mehrstimmig in einem Chor intoniert, profitiert „von diesem unglaublichen Gemeinschaftsgefühl“. „Da kommt es auf jeden an“, sagt Markowitsch. „Alle arbeiten gemeinsam auf ein Ziel hin.“

Also: Singen ist gesund. Deswegen findet der 32-jährige Chorleiter es auch schade, dass Gesang im Alltag immer weniger gepflegt wird. „Dabei gehören Lieder unterm Weihnachtsbaum zu unserem Kulturgut.“ Markowitsch klingt wie ein Botschafter des Gesangs, wenn er eine bundesweite Offensive fordert. „Fürs Lesen oder den Sport gibt es solche Initiativen ja schon – warum nicht auch fürs Singen?“ Schließlich hätten Studien erwiesen, dass Musik das Lernen fördert.

Das hat er selbst erlebt. In seiner Heimat Baden-Württemberg hat er früh Geigen- und Klavierunterricht genommen. „Da hat Schule sogar Spaß gemacht.“ Dennoch begann er zuerst ein Germanistikstudium. „Ich wollte die Musik als Hobby behalten“, sagt er.

Zwei Jahre später die Kehrtwende. Er entscheidet sich für den Wechsel an die Berliner Universität der Künste, studiert dort fünf Jahre lang Schulmusik. „Da habe ich gemerkt, wie sehr mich auch das Dirigieren reizt“, sagt er. Frank Markowitsch entdeckt immer neue Facetten seiner Musikleidenschaft und beginnt kurzerhand noch ein Studium: Seit 2001 ist er an der Hochschule Hanns Eisler für das Fach Dirigieren immatrikuliert.

Das Studium allein genügt ihm nicht. Er möchte praktisch arbeiten. Deswegen ist er Chorleiter, organisiert Konzerte in Kirchen, dirigiert Orchester und gründete das Männerquintett „The Sweetheart Sharks“, in dem er als Tenor singt. Von seinem Credo lässt Frank Markowitsch sich nicht abbringen: Singen kann wirklich jeder. Man muss einfach nur die Hemmschwelle überwinden.

Frank Markowitsch, www.j-e-b.de

Sie wollen mehrstimmig Weihnachtslieder singen? Dann kommen Sie zum Workshop am 18. Dezember, 15-18 Uhr , im Eurythmie-Saal der Waldorfschule Kreuzberg, Ritterstr. 78 mit Chorleiter Frank Markowitsch und dem Jungen Ensemble. Kosten: 3 Euro p.P., Kinder gratis. Noten werden gestellt. Anm. am 16.12., 10-14 Uhr, unter Telefon 26009-689 oder markowitsch@junges-ensemble-berlin.de

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