Berlin : „Das Interesse war da“ „Man konnte auch über ihn schmunzeln“

257954_0_1ebfb356.jpg
Foto: ddp / Brandt

Jochen Zinner, bis Anfang 2009 Leiter des Berliner Olympiastützpunktes

„Meine Bilanz fällt zwiespältig aus. Einerseits hat der Senat seit Jahren seinen Beitrag für unseren Haushalt nicht erhöht, inflationsbereinigt bekommen wir also immer weniger. Inzwischen trägt der Bund schon 94 Prozent, der hat die Bedeutung unserer Arbeit erkannt. Andererseits ist sehr zu loben, dass uns das Land Berlin 35 Millionen zur Bausanierung bereitgestellt hat. Damit konnten wir mehrere neue Hallen errichten und die bestehenden Trainingsstätten sanieren. Leider hat uns Finanzsenator Sarrazin nie besucht. Aber das lag wohl nicht an fehlendem Interesse, sondern an fehlender Zeit.“ sel

Rose-Marie Seggelke, GEW-Vorsitzende

„Für die Schulen und Kitas war Sarrazins Amtszeit eine Katastrophe. Der Senator hat den Bildungsbereich lange als seinen größten Steinbruch bei der Haushaltssanierung betrachtet, jetzt hat er endlich gemerkt, dass es so nicht weitergeht. Die Streichung der 400 Referendariatsplätze wurde ja zurückgenommen, viele andere Kürzungen nicht. Dass Berlin heute große Probleme hat, freie Lehrerstellen zu besetzen, weil woanders besser bezahlt wird, ist natürlich ein direktes Resultat des Sparkurses. Ob mir der Senator fehlen wird? Ein bisschen vielleicht seine überraschenden Sprüche. Solange man Thilo Sarrazin nicht ganz ernst nahm, konnte man über manche seiner Äußerungen, seiner kleinen Hiebe und Stiche, sogar schmunzeln.“ sel

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben