Berlin : Das ist die Höhe

Freudensprünge beim Festempfang: In London wurde die „Paralympics Zeitung“ aus Berlin präsentiert.

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Gemurmel, Gläser klirren, der übliche Geräuscheteppich bei einem Empfang. Dann plötzlich hüpfen junge Frauen in Highheels in die Höhe, und Karla Imdahl entfährt ein Begeisterungsschrei: „Mein erster gedruckter Artikel!“ Die 18-jährige Schülerredakteurin aus Schwenningen hat die Titelgeschichte über die Dressurreiterinnen Angelika Trabert und Hanne Brenner in der ersten Ausgabe der „Paralympics Zeitung / Paralympic Post“ geschrieben. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gab den Schülern ein Interview. Am heutigen Donnerstag liegt sie unter anderem der „Zeit“, dem „Handelsblatt“ und dem Tagesspiegel bei, am Dienstagabend wurde das Blatt bereits beim Empfang des deutschen Botschafters in London zu Ehren des Jungjournalistenprojektes verteilt.

Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt hatte die Sportzeitung, die der Tagesspiegel seit den Paralympics 2004 betreut, mit aus Berlin in die Säle am Belgrave Square gebracht. „Wenn wir über Journalismus reden, dann geht es um Leidenschaft, um Glaubwürdigkeit – und das ist es, was das Projekt so einzigartig macht“, sagte Maroldt vor den 200 Gästen. Die Leser könnten das fühlen, bei den Texten auf Deutsch und Englisch.

Maroldt dankte den Schülern für ihr Engagement – und Gregor Doepke, Kommunikationschef der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, denn die DGUV macht das internationale Medienprojekt als Mitherausgeber möglich. Doug Wills, Managing Editor des London Evening Standard, sagte, er sei als Projektpartner beeindruckt von der Kenntnis der Schreiber. Und Pete Henshaw vom Lehrermagazin „Sec Ed“ zeigte sich stolz, dass die „PZ“ auch dem britischen Lehrermagazin „Sec Ed“ beiliegt – alles zusammen ergibt eine Auflage von fünf Millionen.

Enya Wolf aus Gräfeling erzählte dann Botschafter Georg Boomgaarden und seiner Frau Christiane von den „inspirierenden Athleten, die wir schon kennenlernen durften“. Nico Feisst aus Offenburg plauderte über sein Interview mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in dessen Büro und von seiner täglichen Kolumne für seine Heimatzeitung. Nora Tschepe-Wiesinger von der Droste-Hülshoff-Oberschule freut sich schon auf ihr Treffen mit Model Mario Galla.

In London wohnt das „Paralympics Zeitung“-Projektteam in einem Studentenwohnheim nahe Kings Cross, die Redaktion ist in den Räumen der britischen Lehrergewerkschaft, auch in Berlin arbeitet ein Produktionsteam. In London tagen, kochen, diskutieren und schreiben alle bis in die Nacht. „Seht ihr euch gegenseitig als Konkurrenten?“, fragte Reporter Ronny Blaschke vom Deutschlandfunk die Schüler für seine Radioreportage über das internationale Medienprojekt. Nein, sagten Georg Hayes Simonds und Keri Trigg, „wir bringen uns Pressematerial und Pins als Souvenir mit und helfen uns mit Adaptern aus.“

Am gestrigen Mittwoch sahen sie die blinde Berliner Schwimmerin Daniela Schulte, die die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier trug sowie Bundespräsident Joachim Gauck – und heute dann auch endlich Wettkämpfe.

Die Paralympics-Zeitung finden Sie heute als Beilage im Tagesspiegel.

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