• DAS IST HEUTE LOS IN BERLINS EHEMALIGEN BRAUEREIEN: Läden, Lofts, Leerstand – und ein wenig Bier

DAS IST HEUTE LOS IN BERLINS EHEMALIGEN BRAUEREIEN : Läden, Lofts, Leerstand – und ein wenig Bier

Koch und Kneipe. Bötzow gefällt nicht nur Tim Raue.
Koch und Kneipe. Bötzow gefällt nicht nur Tim Raue.

Ende des 19. Jahrhunderts war Berlin Deutschlands größte Bierstadt. Zu der Zeit gab es im damaligen Berlin 91 Brauereien, dazu kamen noch 31 weitere, die in Gemeinden lagen, die heute ebenfalls zu Berlin zählen. An vielen ehemaligen Brauereistandorten wird schon seit langem kein Bier mehr gebraut. Einige Brauereikomplexe wurden abgerissen, andere haben sich als Kulturstandorte oder Wohnquartiere etabliert. Ein Überblick

KULTURBRAUEREI,

PRENZLAUER BERG

Nach der Einstellung des Brauereibetriebs 1967 wurde das Gelände der Schultheiss-Brauerei 1974 unter Denkmalschutz gestellt. 1998 begannen die umfangreichen Sanierungsarbeiten durch die TLG Immobilien GmbH. Es entstand ein Mix aus Kulturangeboten und Dienstleistungen, zum Beispiel gibt es an der Schönhauser Allee heute ein Kino, mehrere Clubs, Kneipen, Geschäfte, ein Theater und einen Weihnachtsmarkt.

PFEFFERBERG,

PRENZLAUER BERG

Der Betrieb der Brauerei Pfeffer wurde kurz nach dem ersten Weltkrieg eingestellt. 1999 erwarb die gemeinnützige „Pfefferwerk Gesellschaft zur Förderung von Stadtkultur“ das Gelände an der Schönhauser Allee und brachte es in eine Stiftung ein. Heute sind hier Restaurants und ein Hostel ebenso wie Ateliers von Künstlern wie Ólafur Elíasson ansässig. Seit Ende des vergangenen Jahres wird in der ehemaligen Schankhalle auch wieder Bier gebraut. Und es gibt das Gerücht, dass Ai Weiwei demnächst ein Atelier im alten Gärkeller beziehen soll.

SCHULTHEISS-GELÄNDE,

KREUZBERG

1993 zog die Schultheiss-Brauerei Methfesselstraße in den Ostteil der Stadt. Sechs Jahre später begann man mit dem Bau des Viktoria-Quartiers . In den folgenden Jahren entstanden in Teilen der Gebäude und in Neubauten Wohnungen, Penthäuser, Lofts, Büros und Ateliers.

BÖTZOW-BRAUEREI,

PRENZLAUER BERG

Der Brauereibetrieb endete 1949. 2010 kaufte Hans Georg Näder, Chef des Medizintechnikunternehmens Otto Bock, das Gelände rund um die denkmalgeschützten Gebäude. Seitdem finden hier zum Beispiel Foto-Ausstellungen statt, Tim Raue hat sein Restaurant „La Soupe Populaire“ eröffnet. Zukünftig sollen auch Lofts, Geschäfte und Büros entstehen. Und: Auch Bier soll hier bald wieder gebraut werden. Die Brooklyn Brewery aus New York will auf dem Gelände an der Prenzlauer Allee 246 demnächst eine Dependance eröffnen.

BÖHMISCHES BRAUHAUS,

FRIEDRICHSHAIN

Die Bierproduktion wurde an diesem Standort nach dem Zweiten Weltkrieg eingestellt. Von 1999 bis 2001 wurde die „Neue Mälzerei“ von dem Hamburger Projektentwickler B&L Immobilien restauriert. Dabei entstanden unter dem Namen „Forum Friedrichshain“ Lofts, Büros, Gastronomieeinrichtungen und Gewerberäume.

BÄRENQUELL-BRAUEREI,

SCHÖNEWEIDE

Der Backsteinkomplex an der Schnellerstraße steht seit 20 Jahren leer und verfällt. Jahrelang liefen Verhandlungen mit der Baumarktkette Bauhaus, die dort einen Markt einrichten wollte. Es ging um eine Zufahrtsstraße und den Denkmalschutz. Als man sich endlich einig wurde, ging die Konkurrenzfirma Max Bahr pleite. Bauhaus übernahm den benachbarten Standort von Max Bahr und zog sich wieder zurück. sug/loy

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