Berlin : Das ist ihr Leben

I.B.

Neukölln ertrug er nicht mehr. Der Neuköllner wegen. Es waren Imbiss-Buden-Begegnungen mit Leuten, die ihre dreieinhalb Zähne in die Currywurst schlugen und dabei ihr gelbliches Zahnfleisch entblößten, die Kleinkunst-Komiker Ades Zabel in die Flucht schlugen - nach achteinhalb Jahren. Der populärsten seiner Figuren, der resoluten Hausfrau Edith Schröder aus der Nogatstraße, raubt er so ihre Wurzeln. Jetzt wohnt Ades Zabel an der Frankfurter Allee.

Im neuen Soloprogramm von Zabel - das zweite nach "Ich bin Euch allen ja so dankbar" 1996 - fehlt sie noch, die resolute Ostberlinerin. Für "Mein Durchbruch", das am Donnerstag im BKA-Theater Premiere hatte, greift Zabel auf Bewährtes zurück: Hürriyet Lachmann aus Moabit zum Beispiel oder eben Edith Schröder. Dazwischen sehr persönliche und verblüffend seriöse Talksequenzen auf dem VIP-Plastikstuhl mit Showpartnerin Biggy van Blond und schließlich Videos à la Teufelsbergproduktion, die unter anderem die Wirkung eines Einlaufes thematisieren. "Waschbrettbauchgeprüfte Hupfdohlen" geben der Show, die sich zwischen Professionalität und Trash nicht recht entscheiden kann, den letzten optischen Schliff. Die Fans werden begeistert sein.

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