Berlin : „Das ist Musik wie ein Gebet“

Gospelchöre begeistern ihre Zuhörer vor dem Roten Rathaus

-

Zwei Lieder braucht es, bis die Kirchentagsgäste vor dem Roten Rathaus mitklatschen. Fünf, bis die ersten aufstehen und mitsingen. Sechs, bis der Herrnhuter Gospelchor das in der Sonne dösende Kirchentagsvölkchen so in Begeisterung versetzt hat, dass es sich zu den Rhythmen der Kongas wiegt. „Gospel“, brüllt Reinhold Uhl gegen die 128 Sänger an, „das ist Musik wie ein Gebet.“ Wer die afroamerikanische Kirchengesänge anstimme, wer sie höre, schreit er, „ist Jesus ganz nah“.

Uhls Füße, die in praktischen Sandalen mit Klettverschluss stecken, wippen heftig mit, seine Hände suchen den Takt. „We wanna shout Halleluja“, summt der 56Jährige. Alle bisherigen Kirchentage hat der Christ aus dem westfälischen Hamm bislang verpasst. Doch das ökumenische Christentreffen, das erstmals ein eigenes Gospelforum eingerichtet hat, kann er sich nicht entgehen lassen. 35 der insgesamt rund 500 deutschen Gospelchöre treten auf.

Auf der Bühne steppt Chorleiter Stefan Bechstein auf einer kleinen Kiste. Das Publikum ist begeistert. „Musik für Körper, Geist und Seele“, sagt eine tanzende Konzertbesucherin. Die gesungene frohe Botschaft – sie zieht auch Laura Fricke an. Die 18-jährige Berlinerin singt beim Herrnhuter Chor mit. Wer Gospels singe, könne sich auf eine sinnlichere Art und Weise zu seinem Glauben bekennen, findet die engagierte Christin. „Singen ist sehr erhebend.“ frh

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben