Berlin : Das köstliche Dutzend

Bei welchen Spitzenköchen isst man besonders gut, und wo geht man sonst hin? Ein kulinarischer Führer von Bernd Matthies.

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RAUEFoto: Jens Gyarmaty / VISUM

Eine ebenso beliebte wie unbeantwortbare Frage lautet: Wer ist der beste Berliner Koch? Die Wahrheit ist: Es gibt ihn nicht, weil Spitzenköche keine Weitspringer oder Autorennfahrer sind, sondern begabte Handwerker, deren persönlicher Stil sich einer objektiven Wertung weitgehend entzieht. Modern klassische Küche ist nicht prinzipiell besser oder schlechter als avantgardistische, und jeder Gast muss für sich herausfinden, was ihm besser schmeckt. Dennoch hat es sich eingebürgert, die Urteile von Restaurantführern wie Michelin und Gault&Millau als Grundlage von Ranglisten zu nehmen. Mit den aktuellen Restaurantführern ist die Liste ist ein wenig durcheinander geschüttelt worden, aber es hat sich doch eine stabile Berliner Küchen-Elite gebildet. Unsere Auswahl ist die des Michelin, der in seiner Ausgabe 2013 vier Mal zwei Sterne (unsere Plätze 1 bis 4) und acht Mal einen Stern vergeben hat. Vergleicht man dieses Urteil mit dem der anderen Führer, so ergeben sich nur geringe Abweichungen. Nachprüfen lässt sich dies auf der Internet-Seite www.restaurant-ranglisten.de. Dort findet sich eine Meta-Liste, die sämtliche aktuellen Bewertungen – Sterne, Mützen, Bestecke und mehr – in ein Zahlenraster übersetzt und somit zu einer einheitlichen Bewertung kommt. Das Ergebnis: Platz 1 für Lorenz Adlon, Platz 2 für Fischers Fritz, Platz 3 für Tim Raue. Die erste grundsätzliche Abweichung von der Michelin-Wertung findet sich erst auf Platz 12: Den nimmt dort nicht Stefan Hartmann ein, sondern Sonja Frühsammer. Und immer sind die alteingesessenen Köche im Vorteil, weil mancher Guide viel Zeit braucht, bis er neue Köche aufgesucht und ein eigenes Urteil (ab)geschrieben hat. Das betrifft etwa Markus Semmler, der wohl dieses Jahr ein Stück aufsteigen wird. Berlin ist die deutsche Stadt mit den meisten Michelin-Sternen; ihr fehlt international nur ein Drei-Sterne-Restaurant, das noch nicht in Sicht ist. Aber die Konkurrenz durch Neueröffnungen nimmt zu. Guten Appetit!

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