Berlin : Das Leben der Stadt im Detail

„Zitty“ hat eine Art Berlin-Bibel veröffentlicht

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Was muss man über Berlin wissen, wenn man für ein paar Tage hier ist? Dass es 419 Songs über die Stadt gibt? Dass die ProKopf-Verschuldung bei 14 800 Euro liegt? Dass es hier 4500 Künstler und 750000 Schwarzfahrer gibt? All das erfährt man in der Einführung zum neuen „BerlinBuch“ , das Redakteure des Stadtmagazins „Zitty“ jetzt herausgegeben haben. Seit gestern ist es für 8,90 Euro im Handel erhältlich. „Es ging uns auch darum, eine Bestandsaufnahme zu machen, das Berlin im Jahr 2004, also 15 Jahre nach dem Mauerfall, festzuhalten“, erklärt Heike Gläser, die zu den Mitverantwortlichen gehört. Da sich die Redaktion ohnehin immer um die Hintergründe der verschiedenen Künste und Clubs kümmert, wollte man Berlin-Besucher und auch ständige Berliner mitnehmen hinter die Kulissen, wollte ihnen die Menschen vorstellen, die hinter dem kulturellen Feuerwerk der Stadt stecken.

Im Kino-Teil etwa werden die Leiter des BrotfabrikKinos und des Filmkunst 66 auf gegenüberliegenden Seiten vorgestellt: Claus Löser, der als Undergroundfilmer in Chemnitz groß geworden ist, und Franz Stadler, der während der 68er-Revolution das Kino Bellevue am West-Berliner Hansaplatz geleitet hat. Am Anfang stellen zwölf Neu-Berliner aus aller Welt ihre Lieblingsplätze im Bild vor. Wer sich per Mitwohnzentrale für eine Weile in der Stadt einquartiert und also auch eine Küche zur Verfügung hat, bekommt gleich noch einen Überblick über spezialisierte Lebensmittelgeschäfte, Weinläden und Wochenmärkte. Über die Zusammenstellung der Restaurants könnte man gewiss endlos diskutieren, das liegt allerdings auch an der Fülle der Angebote, die in den letzten fünfzehn Jahren erwachsen sind.

Eingeborene und gelernte Berliner tendieren ja manchmal dazu, an ihrer Stadt immer etwas zum Mäkeln zu finden. Wer sich in solcher Stimmung zu Hause einigelt, sollte das „BerlinBuch“ griffbereit haben. Es ist gut geeignet, mal wegzuführen von den eigenen eingetretenen Trampelpfaden. Und es zeigt etwas, was viel zu selten Erwähnung findet: Wie viel sich in den letzten 15 Jahren auch zum Guten gewendet hat. Bi

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