Berlin : Das letzte Istaf vor dem Mauerbau

Ernst Podeswa

Sommerwetter beim Istaf. Dabei eine „Pouva-Start“, die DDR-Kleinbildkamera. Armin Hary kritzelt ein Autogramm und lässt sich fotografieren. Der „weiße Blitz“ hatte zuvor in Rom die olympische Siegeskette der Amerikaner über 100 m durchbrochen. Und nach dem Staffelerfolg der deutschen Leichtathletik ihr Bern-Erlebnis beschert. Wilma Rudolph, den US-Sprintstar, um ein Foto zu bitten, da fehlt mir der Mut. Für den Unbekannten mit dem „USA“ auf der Trainingsjacke schon. Jener kommt der auf Englisch vorgetragenen Bitte nach, der Auslöser macht Klick... wie danach bei mir: Mein Amerikaner siegt über 3000 m und entpuppt sich als Ludwig Müller aus Frankfurt am Main. Hary gewinnt die 100 m in 10,2, Rudolph in 11,5 Sekunden. 40000 Zuschauer, Nachkriegsrekord beim Istaf, sind begeistert. Mir verbaut dann ab 1961 die Mauer jeglichen Istafbesuch. Erst 30 Jahre später – 1990 – bin ich wieder dabei. Und in diesem Jahr zum 15. Mal in einer Arena, prächtig wie nie.

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