Berlin : Das Mea Culpa der S-Bahn

Verkehrsunternehmen entschuldigt sich für Verspätungen

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Netter Zug von der SBahn: Sie entschuldigt sich bei ihren Fahrgästen für Verspätungen. Besonders in den ersten zwei Dezemberwochen gab es außergewöhnlich viele unpünktliche Züge. „Am 10. Dezember war der absolute Tiefpunkt“, schreibt Eberhard Lorenz, der Betriebsleiter der S-Bahn in einem Beitrag, der im Internet nachzulesen ist. An diesem Tag gab es 28 Störungen an Signalen und Weichen. 18 Prozent der S-Bahnen kamen zu spät. Sonst liegt dieser Wert unter vier Prozent. Verschärft wurde die Lage, weil Fahrzeuge von Randalierern beschädigt worden waren. Vor allem die Fahrgäste auf dem Ring merkten an diesem Tag, dass mit ihrer S-Bahn etwas nicht stimmte.

Schlimm war es nach den Worten des Betriebsleiters auch am Freitag, dem 13. Dezember. Fast den ganzen Tag über – von 6.30 bis 20 Uhr – gab es eine schwere Signalstörung zwischen den Stationen Greifswalder Straße und Prenzlauer Allee. Die Folge: 122 Züge fielen auf dem Abschnitt zwischen Ostkreuz und Gesundbrunnen aus, das ist rund ein Drittel. „Und 170 Züge fuhren verspätet“, schreibt Betriebschef Lorenz weiter.

Doch nicht nur die Signaltechnik macht den S-Bahnern zu schaffen. Auch mit den Fahrzeugen gibt es Probleme. Die neuen S-Bahnen haben zwar ein moderneres, aber leider auch störanfälligeres Bremssystem. Laub, feuchte Witterung und Frost machen den neue Bahnen mehr zu schaffen als den alten. Zugausfälle sind die Folge.

„Der Monat saust uns völlig weg“, klagt Betriebsleiter Lorenz im Hinblick auf die Pünktlichkeitsstatistik. „Die Fahrgäste haben völlig recht, wenn sie monieren, dass wir nicht in der Lage sind, einen normalen Verkehr zu realisieren. Wir müssen uns bei unseren Kunden entschuldigen.“ Allerdings macht er ihnen wenig Hoffnung, dass sich schnell etwas ändert. Während die Fehler „im menschlichen Bereich“ relativ einfach zu beheben seien, müsse an einer Lösung für die Technik noch „getüftelt“ werden. „Leider reagiert das Material bei Extremverhältnissen von unter minus zehn Grad anders als normal.“ Immerhin eines verspricht der S-Bahn-Manager den Passagieren: Sie sollen künftig schneller und besser über Störungen informiert werden. Und das gleich in den Zügen. ling

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