Berlin : DAS MEINEN WIR Christina, hilf!

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In Berlin sind Opernabende nicht nur GlamourEvents und Treffpunkt der Gesellschaft. Das Publikum in der Hauptstadt ist wesentlich heterogener – und im Schnitt auch weniger wohlhabend als in Hamburg oder München. Das macht sich an der Kasse bemerkbar, und darum hinken all die so gern bemühten Vergleiche mit anderen Städten. Nicht nur das Verhältnis von Angebot und Nachfrage ist in Berlin unvergleichlich, hier wird auch die gesellschaftliche Wertigkeit von Kultur anders definiert. Viele sollen Zugang haben. Wer das ändern will, um die Einnahmen der Bühnen zu steigern, muss zunächst das Gerede von der „Geldverbrennungsmaschine Oper“ stoppen. Und dann dafür sorgen, dass die Häuser wieder ein attraktiveres Image bekommen. Dafür aber muss man das Hauptproblem der Staatstheater anpacken: die Personalkosten. Die Verträge der Bühnenbeschäftigten vom Techniker über die Darsteller bis zur Verwaltung müssen um alle Klauseln bereinigt werden, die irgendwie nach Beamtentum klingen – und davon gibt es viele. Wer das Glück hat, in einem Kulturbetrieb zu arbeiten, darf nicht kleinlich zur Stechuhr schielen, sondern muss bereit sein, sich den Bedürfnissen der Kunst zu unterwerfen. Der Rückbau des unzeitgemäßen Tarifvertragsgefüges jedoch lässt sich nur in einer nationalen Aktion bewerkstelligen. Viel nötiger als einen Abfindungsfonds des Bundes hat das Land Berlin die aktive Hilfe der Kulturstaatsministerin. Christina Weiss, übernehmen Sie! F.H.

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