Berlin : Das neue Einkaufsgefühl im Weihnachtsgeschäft

Zum Advent öffnen viele Kaufhäuser länger. Die Regelungen sind individuell Wohlthat bietet 24-Stunden-Shopping. Bei Supermärkten ändert sich wenig

Sigrid Kneist

Gerade rechtzeitig vor dem ersten Advent haben sich Geschäftsleitungen und Betriebsräte in den meisten Kaufhäusern der Stadt auf verlängerte Öffnungszeiten im Weihnachtsgeschäft einigen können. Die Vereinbarungen variieren aber stark von Standort zu Standort, sogar innerhalb eines Konzerns. Das KaDeWe beispielsweise öffnet an den ersten beiden Dezemberwochenenden freitags und sonnabends bis 22 Uhr, ab dem 14. Dezember auch am Donnerstag. Die möglichen Zeiten von 13 bis 20 Uhr an den Adventssonntagen schöpft das KaDeWe ebenfalls aus. Selbst die Gewerkschaft Verdi hat an den Regelungen nichts auszusetzen, da der Arbeitsschutz für die Beschäftigten gewährleistet sei.

Bei Galeria Kaufhof am Alexanderplatz sehen die neuen Zeiten anders aus. Wochentags wird durchgehend bis 22 Uhr verkauft, an den Sonntagen jedoch nur bis 18 Uhr. Galeries Lafayette in der Friedrichstraße öffnet jetzt donnerstags und freitags bis 22 Uhr sowie am zweiten und dritten Advent von 13 bis 18 Uhr.

Das Kulturkaufhaus Dussmann an der Friedrichstraße hat die längsten Erfahrungen mit verlängerten Geschäftszeiten. Die sind nach Angaben von Sprecher Steffen Ritter so gut, dass erneut zwei Stunden drangehängt werden. Montags bis donnerstags ist Dussmann jetzt bis zwei Uhr morgens geöffnet, freitags die ganze Nacht und samstags bis 24 Uhr, an den Adventsonntagen von 13 bis 20 Uhr. Die Dussmann’schen Öffnungszeiten übertreffen wird jetzt die Wohlthat’sche Buchhandlung an der Budapester Straße. Von montags bis freitags kann man dort rund um die Uhr einkaufen, am Sonntag ist von 13 bis 20 Uhr geöffnet.

Solch ausgedehntes Shopping wird die Ausnahme bleiben. Bei vielen Lebensmittelketten etwa wird sich nur wenig ändern. Bei Kaiser’s heißt es, dass man zwar in den Einkaufs-Centern die verlängerten Zeit mitmachen werde, darüber hinaus könne man noch nichts Konkretes sagen. Das werde standortspezifisch entschieden. Bei der zu Edeka gehörenden Supermarktkette Reichelt werden elf Märkte, die schon im Sommer während der Fußball-WM länger verkauft hatten, an den drei Adventssonntagen öffnen – in der Zeit von 13 bis 18 Uhr. Zudem werden die 50 Berliner Reichelt-Märkte an den drei Tagen vor Heiligabend (21. bis 23. Dezember) erst um 22 Uhr schließen. Wie es nach Weihnachten weitergehen wird, ist nach Worten von Edeka-Sprecher Andreas Laubig unklar. Bei den Edeka-Märkten, die von selbstständigen Kaufleuten geführt werden, werden die Entscheidungen über die Geschäftszeiten individuell und standortabhängig getroffen.

Beim Discounter Lidl sind zunächst keine Änderungen geplant, heißt es in der Unternehmenszentrale in Neckarsulm. Konkurrent Aldi öffnet zumindest seine Filialen in den Shopping-Centern länger. Kaufland, zur Lidl-Gruppe gehörend, wird in den meisten seiner 18 Märkte die Zeiten bis 22 Uhr ausdehnen und auch die drei Sonntage mitmachen.

Damit die Kunden nicht den Überblick verlieren, bietet das Internetportal für die City-West, www.kurfuerstendamm.de eine Suchmaschine für geöffnete Läden an. Auch die Berlin Tourismus Marketing GmbH gibt Hilfestellungen. Unter www.berlin-tourist-information.de gibt es eine Zusammenstellung. Ohne Garantie auf Vollständigkeit.

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