• Das Parkhaus am Potsdamer Platz - Drei Etagen, acht Ebenen, viele Aufzüge, und völlig verwirrend

Berlin : Das Parkhaus am Potsdamer Platz - Drei Etagen, acht Ebenen, viele Aufzüge, und völlig verwirrend

Suzan Gülfirat

"F 2", sagt der freundliche Security-Mann im Parkplatz unter dem Potsdamer Platz, während er auf eine Fahrerin zugeht, die gerade aus ihrem Auto steigt. "Merken Sie sich, F 2", wiederholt er eindringlich. Später auf Ebene A versucht er weiterhin unermüdlich, Menschen vor zusätzlichem Weihnachtsstress zu bewahren - und zwar, zu vergessen, wo sie ihr Auto geparkt haben.

Wem das schon einmal passiert ist, weiß den hohen Nutzwert dieses Hinweises zu schätzen. Doch der Tipp ist bei solchen Fahrern nicht mehr nötig, denn so etwas passiert einem in der Regel wirklich nur einmal im Leben. "Ein Münchner hat neulich fünf Stunden gesucht, bevor er sich an mich gewandt hat", erzählt der Security-Mann. Auf die Frage, ob so etwas öfter vorkommt, nickt er mitleidsvoll.

Dabei haben sich die Erbauer wirklich Mühe gegeben. Die 2500 Parkplätze unter der Erde liegen auf drei Etagen, die in acht Ebenen unterteilt sind. Diese sind mit den Buchstaben A bis H versehen. Jede Ebene hat eine eigene Farbe. Außerdem sind die Ebenen wiederum in nummerierte Parzellen unterteilt, von wo aus der Besucher mühelos nach oben fahren kann, weil er auf Schritt und Tritt einen Fahrstuhl vorfindet. Auch lange Fußwege bleiben ihm erspart, weil jeder dieser Ausgänge beschriftet ist und Schilder an der Decke dem Autofahrer dorthin den Weg weisen. "Sie können beispielsweise am Reichpietschufer hineinfahren und direkt beim Ausgang Hyatt-Hotel parken", lobt Jörg Harenberg vom Center-Management das Konzept.

Aber auch das beste Konzept kann anscheinend vor Schusseligkeit nicht schützen: "Drei bis vier Personen in der Woche muss ich bei der Autosuche helfen", erzählt ein anderer Security-Mann, der mit dem Jeep die Ebenen auf und ab fährt. Die Weihnachtszeit mit dem großen Publikumsandrang sei erst recht die Zeit der Suchenden. "Die Leute parken und gehen weg, ohne sich umzugucken", wundert er sich. "Vor dem Hintergrund, dass etwa 4000 Menschen am Tag den Parkplatz nutzen, ist die Zahl verschwindend gering", sagt Jörg Harenberg dagegen. Doch für den, der nach stundenlanger Suche am Rande des Nervenzusammenbruchs steht, wird dies wohl kaum ein Trost sein. Am unkompliziertesten seien dabei noch die Vergesslichen. Bei manch einer Dame habe er jedoch psychologisches Geschick beweisen müssen, da sie überzeugt gewesen sei, dass ihr Auto geklaut worden sei, erzählt der Security-Mann im Jeep.

"Am sichersten ist, wenn man sich den Ausgang merkt, denn nicht jeder Fahrstuhl fährt zu jeder Ebene", rät Harenberg. Will man doch einen anderen Aufzug benutzen, müsse man zumindest die Farbe der Ebene und die Parzellenzahl kennen, um das Auto wiederfinden zu können. Ansonsten bleibt nur der Gang zum Infoschalter in den Arkaden, der bis 21 Uhr besetzt ist. Danach muss man nach dem Security-Personal ausschau halten, das die ganze Nacht in den Arkaden unterwegs ist, oder im Parkhaus auf den Mann im Jeep warten, der ebenfalls die ganze Nacht im Dienst ist.

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