• Das "Private Institut für Schulberatung" steht Eltern, Lehrern und Schülern bei Wechsel und Neuanfang zur Seite

Berlin : Das "Private Institut für Schulberatung" steht Eltern, Lehrern und Schülern bei Wechsel und Neuanfang zur Seite

Jeanette Goddar

Gerade in den ersten Wochen eines Schuljahres stellen sich zahllosen Eltern Fragen über Fragen: Ist die Schule für mein Kind die Richtige? Könnten musische, sportliche oder sprachliche Talente anderswo besser gefördert werden? Was ist von dem anstehenden Wechsel auf eine Gesamtschule zu halten? Wie wird es sein, wenn mein Kind eingeschult wird?

Um möglichst alle offenen Fragen zu beantworten, haben drei Berliner Frauen das "Private Institut für Schulberatung" gegründet. In den Steglitzer Räumen werden Eltern, aber auch Schüler und Lehrer beraten. "Die Idee entstand im vergangenen Herbst anlässlich des bevorstehenden Regierungsumzugs", erzählt die Pädagogin Barbara Dyrschka, "gerade die neu zugereisten Eltern aus Bonn oder Menschen, die häufiger umziehen, sind oft unsicher, wo sie ihr Kind anmelden sollen."

Die pädagogisch wie psychologisch geschulten Beraterinnen, unter ihnen eine Mutter und eine Lehrerin, wollen aber auch bei Konflikten in der Schule oder zwischen Eltern und Kindern vermitteln. "Es kommt vor, dass einem ein Klassenlehrer unsympathisch ist und man weiß, egal, was ich sage, es schadet meinem Kind", sagt Dyrschka, "dann bieten wir eine Art Mediation an." Wie auch beispielsweise in dem Fall, in dem die Ansprüche von Eltern an ihr Kind und dessen Wirklichkeit meilenweit voneinander entfernt sind.

Neulich sei etwa eine Mutter im Steglitzer Institut gewesen, erzählt Dyrschka, deren 16jähriger Sohn unbedingt vom Gymnasium zu seinen Freunden auf die Gesamtschule wechseln wollte. "Die Mutter war völlig entsetzt", so Dyrschka, "andererseits spielte der Junge in seiner Gymnasial-Klasse seit Jahren nur den Klassenclown und hat sich schließlich auf der Gesamtschule viel besser eingefügt."

Die Beraterinnen sind keine grundsätzlichen Befürworterinnen einer bestimmten Schulform. "Man muss immer das jeweilige Kind betrachten", so Dyrschka, "für manche ist es wichtig, dass ihre Schule um die Ecke liegt; andere brauchen eine bestimmte Förderung oder einen bestimmte Schultyp." An schulpolitischen Diskussionen will sich das bundesweit einzigartige Institut indes nicht schwerpunktmäßig beteiligen.

Um nicht den Eindruck zu erwecken, in Konkurrenz zu staatlichen Stellen treten zu wollen, sind die Gründerinnen bei der Senatsverwaltung für Schule vorstellig geworden - und dort auf Interesse gestoßen. "In so einem sensiblen Bereich gibt es genug Beratungsbedarf, dass auch eine private Stelle existieren kann, die tiefer gehende Fragen beantwortet." Mit ihrem Angebot unterscheidet es sich schließlich in einem wesentlichen Punkt von öffentlichen Ämtern: Am jeweiligen Arbeitsaufwand bemisst sich das Honorar für die Beratung.

In einer Veranstaltung stellt sich das "Private Institut für Schulberatung" am heutigen Freitag um 18.30 Uhr in der Schiller-Oberschule, Schillerstr. 125 - 127 (Charlottenburg) der Öffentlichkeit. Eingeladen sind Vertreter von ehemals Bonner Bundesbehörden, Botschaftsangehörige, Verbände sowie Unternehmen. Weitere Interessierte sind herzlich willkommen.Telefonkontakt zur privaten Schulberatung ist unter Rufnummer 79 70 31 31 möglich.

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