Berlin : Das Runde soll ins Eckige

Der 1.FC Union hat große Pläne: Der Verein braucht ein modernes Stadion, um weiterspielen zu dürfen

Lothar Heinke

Alarmstufe Rot bei den Rot-Weißen vom 1. FC Union: Der Köpenicker Regionalligaclub muss bis spätestens 28. Februar – dem Stichtag der Abgabe der Lizenzunterlagen für die 2. Bundesliga – nachweisen, dass sich in puncto Stadion-Um- oder Neubau in der Alten Försterei etwas tut. Der allmächtige Fußballbund ist nicht länger gewillt, den Köpenicker Kultklubkickern eine Ausnahmegenehmigung zu geben, zu marode ist das Stadion An der Wuhlheide, an vielen Stellen stark renovierungsbedürftig, das fängt schon an den schmalen Einlasstoren an und endet auf den bröckelnden Traversen. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatte sich vorige Woche davon überzeugt, und dafür gab es einen Grund, der gestern auf der Tagesordnung des Sportausschusses vom Abgeordnetenhaus stand. „Gefahr für den 1. FC Union“ hieß es in Punkt 2. Union-Präsident Dirk Zingler erläuterte, wie man dieser Gefahr entkommen könnte: durch ein modernes Fußballstadion. Das Projekt ist reizvoll. Wie bereits kurz berichtet, soll es künftig 23 000 überdachte Plätze – davon 3700 Sitzplätze – geben, dazu neues Flutlicht, Rasenheizung, eine Videotafel. Die äußere Architektur orientiert sich am attraktiven Entwurf eines kleinen Schmuckkästchens an den dunkelgelben Klinkern der Industriebauten in Oberschöneweide, wo der „Klub der Schlosserjungs“ und der Schlachtruf „Eisern Union!“ vor 100 Jahren geboren worden waren.

Angesichts der leeren Taschen der Stadt Berlin, der das Stadion gehört, möchte Union den Neubau selbst und in eigener Regie übernehmen. Der Club bietet dem Land einen symbolischen Euro für das Stadion, um es für insgesamt 17 Millionen Euro zu modernisieren. Zwölf Millionen sollen durch Banken, Investoren und einen Beteiligungsfonds von Fans aufgebracht werden, 1,8 durch Sponsoren und Eigenleistung. Der Rest von 3,2 Millionen Euro könnte oder sollte als Investitionszuschuss vom Land Berlin kommen. Der Sportausschuss unter Karin Seidel-Kalmutzki (SPD) nahm das Projekt zur Kenntnis, hörte Köpenicks CDU-Bezirksstadtrat Svend Simdorn („wir haben keinen Cent!“) und gab Union-Präsident Zingler das Gefühl, mit dem Verlauf „zunächst einmal zufrieden“ zu sein. „Es ist etwas in Gang gekommen“. Doch nun ist Eile geboten. Lo.

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