• Das Russlandhaus HINTER DEN KULISSEN DER DIPLOMATIE: BERLINER RESIDENZEN (6 UND SCHLUSS)

Berlin : Das Russlandhaus HINTER DEN KULISSEN DER DIPLOMATIE: BERLINER RESIDENZEN (6 UND SCHLUSS)

Das monumentale Zarenpalais Unter den Linden: Die offizielle Adresse von Botschafter Sergey Krylov

Natascha Meuser/Tsp

Die russische Residenz gilt nicht ohne Grund als Palais. Ihre Geschichte am Boulevard Unter den Linden begann Mitte des 19.Jahrhunderts, als Zar NikolausI. knapp 150 Karren mit russischer Erde von Petersburg zum Bauplatz in Berlin transportieren ließ. Schiffe brachten ein gutes Dutzend Spiegel und für die Dachdeckung Tonnen von Eisenblech. Nach dem politischen Umbruch in Russland zogen im März 1918 Vertreter der Sowjets in das Palais. 1942 wurde es durch alliierte Bombenangriffe zerstört. Bis 1951 wurde nach den Plänen des Architekten A.J.Strishewskij eine neue Botschaft errichtet, viergeschossig und dreimal so groß. Die Gestaltung im Inneren ist monumental-neoklassizistisch. Aus Marmor die Freitreppe im Foyer, 400 Plätze bietet der Festsaal im ersten Stock, knapp 20 Meter hoch der Kuppelsaal. Überall weiße Säulen und rote Wände. Und wo bleibt die Wohnlichkeit? Im vierten Stock. Dort steht dem Botschafter-Paar eine etwa 300 Quadratmeter große Wohnung mit ausladender Dachterrasse zur Verfügung. Benutzt wird beides aber vor allem, wenn Gäste zu Besuch sind. Sergey Krylov und seine Frau Anna leben eigentlich in einer Villa in Dahlem. .

Mehr feudale Botschafter-Behausungen im Bildband von Kirsten Baumann/Natascha Meuser „Berliner Residenzen“, Verlagshaus Braun, 29,90 Euro

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