Berlin : Das Scheitern der Ampel: Die Grünen rüsten sich zum Gang auf die Oppositionsbänke

sib

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Berliner Koalitionspoker Die Berliner Grünen sind erleichtert. Es sei ein richtiges Signal, diese Koalitionsgespräche abgebrochen zu haben, hieß es gestern. Das Ausräumen der Dissenspunkte hätte nicht nur eine weitere Nacht gedauert, sondern wesentlich länger. Die Schuld geben die Grünen nach der letzten Verhandlungsrunde der FDP und verwahren sich gleichzeitig gegen Vorwürfe der SPD. Die Sozialdemokraten hätten stärker und besser moderieren müssen. Zudem seien sie nicht immer gut vorbereitet gewesen. Dass die FDP auf Reizwörter wie "solidarisch, Prozentangabe, Steuern, Verkehrsmix 80:20" so extrem reagiert habe, sei schon "erstaunlich" gewesen, sagte Landesvorstandssprecherin Regina Michalik (auf unserem Bild rechts; mit Sibyll Klotz. Foto: dpa). Auch wenn die Verhandlungen zwischen SPD, FDP und Grünen nicht zu einem tragfähigen Konzept geführt haben - eines nehmen die Grünen mit nach Hause: Sie haben die Liberalen für die Oppositionsarbeit im Abgeordnetenhaus kennengelernt. Denn: Gespräche über Rot-Rot-Grün sind bei den Grünen zurzeit kein Thema. Die Verhandlungsführer haben am Dienstag noch vor der Fraktionssitzung den Weg vorgegeben, nämlich in eine "verantwortliche Opposition". Man habe nie erklärt, an irgendwelchen Senatssesseln zu kleben, sagte Grünen-Justizsenator Wolfgang Wieland. Obwohl es ihm um seinen Posten schon ein wenig Leid tut: Er ist gern Justizsenator. Mit dem Gang zurück in die Opposition dürften die Ampelgegner bei den Grünen endlich ihre latenten Bauchschmerzen auskuriert haben.

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