Berlin : Das Semester beginnt: Sebastian Krohn, 21 Jahre

Sebastian Krohn, 21 Jahre: "Darf ich die Sonnenbrille aufbehalten?" Sebastian geht sein erstes Semester lässig an. "Vorbereitet habe ich mich überhaupt nicht", gesteht er. Das einzige, was er nach dem Zivildienst, den er in der Psychatrie der Karl-Bonhoeffer-Klinik abgeleistet hat, wusste: "Ich bleibe auf jeden Fall in Berlin." Langweilig findet er seine Heimatstadt nicht, im Gegenteil: "Die Stadt lebt Tag und Nacht." Und weil Sebastian in der Schule seinen Leistungskurs Ernährungslehre "ganz nett" fand, hat er sich überlegt, in dieser Richtung zu studieren. "Ich habe mich erkundigt, und hier an der Technischen Universität kann man Lebensmitteltechnologie studieren." Später kann er sich vorstellen, "in die Forschung zu gehen". Die letzten Wochen hat er damit zugebracht, seine Wohnung in Weißensee zu renovieren. Miete muss er nicht zahlen, denn es ist "Mamas Wohnung". Genausowenig muss er für sein Auto und die Nebenkosten gerade stehen - begleichen alles die Eltern. Zum Leben bekommt er dann nochmal 1 000 Mark. Das muss reichen, denn "für einen Nebenjob habe ich überhaupt gar keine Zeit". Warum, das erklärt er nicht. Hochschulpolitisch engagieren - das macht für ihn keinen Sinn. "Ich bin irgendwie raffgierig. Nehme, was ich brauche. Andere haben sicher mehr Talent sich einzubringen." Der Techno-Liebhaber geht am liebsten in Clubs, wie den Tresor. "Manchmal hänge ich auch mit Freunden in Cafés in Schöneberg ab", sagt er. Die Oranienburger Straße hängt ihm zum Hals heraus. "Dort stehen die Touristen-Busse, das ist total furchtbar."

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