Berlin : Das Ticket, das aus dem Heim-PC kommt

Neues Verfahren für Onlineverkauf von Konzertkarten gestartet

Juris Lempfert

Ab sofort können die Berliner für viele Pop- und Rockkonzerte ihre Tickets zu Hause am Computer selbst ausdrucken. In einer Testphase bietet die Deutsche Entertainment AG (Deag) seit gestern auf ihrer Internetseite unter www.deag.de Online-Tickets, die nicht mehr per Post zugeschickt werden. Das Verfahren heißt „Print@home“. „Der Kunde spart dabei die Porto-Gebühren“, sagt der Deag-Vorstandsvorsitzende Peter Schwenkow. Billiger werden die Eintrittskarten allerdings nicht, obwohl 10 bis 15 Prozent Provision der Vorverkaufsstellen eingespart werden: Von dem Geld werde das neue Systems finanziert, sagt Schwenkow.

Und so funktioniert der Kartenkauf: Auf der Internetseite wird die gewünschte Veranstaltung angeklickt, Name und Adresse angegeben und mit Kreditkarte bezahlt. Das Ticket erscheint dann auf dem Bildschirm. Es ist mit einem Verschlüsselungscode sowie einer speziellen Ticketnummer versehen und wird einfach ausgedruckt. Am Eingang des Konzerts wird das Blatt Papier mit einem Scanner abgefahren, der den Code erkennt. Schwenkow sagt, das Bestellsystem sei wegen Verschlüsselungstechniken so sicher wie Online-Banking. Weil beim Ticketkauf auch Name und Adresse angegeben werden, kann man bei Verlust des Papiers auch mit dem Personalausweis die Veranstaltung besuchen. Auf das ausgedruckte Ticket sollte man trotzdem gut aufpassen. Denn wenn es kopiert wird und ein anderer mit der Kopie zur Veranstaltung geht, hat der Besitzer Pech: Er kommt nicht mehr rein.

Zu den sechs Veranstaltungen, die seit gestern gebucht werden können, gehören „Eine italienische Nacht“ mit Anna Netrebko in der Waldbühne, „Capriccio und Carambolage“ im Wintergarten Varieté und das „Berlinova“-Festival in Luckau. Wöchentlich sollen neue Konzerte dazu kommen. Ab 2005 können dann alle Deag-Veranstaltungen (in den letzten Jahren Kylie Minogue, Eric Clapton und Rolling Stones) so buchbar sein.

Kino-Tickets können sich die Berliner übrigens bereits seit einiger Zeit selbst ausdrucken. Die Cinestar-Ufa-Paläste in Hellersdorf, Tegel, Wildau und am Potsdamer Platz bieten unter www.cinestar.de Tickets zum Ausdrucken. Hier kann man am Computer sogar den eigenen Sitzplatz bestimmen. Viele Fluggesellschaften und die Deutsche Bahn bieten diesen Service ebenfalls. Wie hier sollte man sich übrigens auch bei der Deag für den Ticketkauf etwas Zeit nehmen. Denn auch das Deag-System stürzt immer mal wieder ab.

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