Berlin : Das Volk und wir

Gerd Nowakowski

erinnert daran, dass sich nicht nur Philosophen irren können Heinrich Fink, der ehemalige Rektor der Humboldt-Uni, kennt den Spruch gut, der im Foyer der Universität prangt. Die Philosophen haben die Welt nur interpretiert, es geht aber darum, sie zu verändern, meinte Karl Marx einst. Die Menschen, die jetzt aus Angst vor den Zumutungen der Hartz-Reformen auf die Straße gehen, wollen zumeist aber nur, dass die Welt sich nicht ändert. Einige derer, die sich gestern zum „bundesweiten Vernetzungstreffen der Montagsdemonstrationen“ trafen, haben da weit mehr im Sinn. Da wachsen aus der authentischen Sorge und Wut der Montagsmarschierer flugs eigene, weitreichende Ambitionen, und Profi-Demonstranten wie Attac träumen von der „Dynamik des Protests“. Und wenn das Volk dazu noch fehlt, dann suchen wir uns eines, schien mancher zu denken. Deswegen wird den anwesenden Gewerkschaftsvertretern schon mal die Anweisung gegeben, ihre Mitglieder abzukommandieren zu den Montagsdemos. Heinrich Fink, der zum Treffen mit eingeladen hatte, könnte den seltsamen Mitstreitern mal erklären, wie das vor etwa 15 Jahren endete, als die Partei für das Volk dachte und immer wusste, wie sich die Welt ändern sollte.

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