Berlin : Das wahre Gesicht des Kriegsgottes Mars

In Neuhardenberg steht die erste Skulpturengruppe, die Friedrich dem Großen gewidmet war.

Da hatte es der toskanische Bildhauer Guiseppe Martini gut mit seinem Auftraggeber gemeint. Er übernahm einfach dessen Gesichtszüge für den Kopf der von ihm geschaffenen Skulptur des Kriegsgottes Mars. Obendrein verewigte er noch das Antlitz der Ehefrau auf der schönen Minerva, der Göttin der Künste und der Wissenschaft. Das wäre 230 Jahre nach der Aufstellung der Figurengruppe keine Geschichte wert, wenn es sich nicht um das erste Denkmal für Friedrich II. nach dem Tod des Königs überhaupt handeln würde. Es steht bis heute im Park des Schlosses Neuhardenberg und zeigt sich nach der umfangreichen Restaurierung wieder im alten Glanz, so wie die ganze Anlage heute zu den schönsten Gärten der ganzen Region gehört.

Zu seinen Lebzeiten hatte es der König untersagt, ein ihm gewidmetes Denkmal aufzustellen. Vor allem in dem erst unter seinem Befehl trockengelegten Oderbruch gab es viele Bestrebungen, ihn schon vorher monumental zu ehren. Auch in Neuhardenberg, das 1792 noch den Namen Quilitz trug, fühlte sich Gutsherr Bernhard von Prittwitz zu großem Dank verpflichtet. Schließlich war es Friedrich II., der ihm 1763 das große Gut geschenkt hatte.

Dieser Schenkung ging ein wahrlich dramatisches Ereignis voraus. In der Schlacht von Kunersdorf am 12. August 1759 am anderen Oderufer war der König als Befehlshaber von 49 000 Soldaten in eine ausweglose Lage geraten, weil er gegen die Streitmacht aus 71 000 Russen und Österreichern keine Chance hatte. Laut Fontane entkam der König nur knapp dem Tod, weil eine Kugel an einem goldenen Etui in dessen Westerntasche abprallte. Prittwitz fand mit einem Trupp Zietenscher Husaren den orientierungslos herumirrenden Feldherren und rettete ihn. Das Denkmal im Park zeigt nun den zusammengesunkenen Kriegsgott Mars und die aufrecht stehende Minerva. Eine Säule zeigt das Reliefbild des Königs. Schon am Tag der Enthüllung erkannten die Dorfbewohner die bekannten Gesichtszüge des Gutsherrenpaares.

Diese und viele andere Geschichten aus Neuhardenberg, dem zu DDR-Zeiten der Name Marxwalde verpasst wurde, erzählt das Museum auf dem Schlossgelände Ste.

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