Berlin : Das war’s

Andreas Conrad

Machen wir uns nichts vor, dieser Sommer ist gelaufen. „Daniel“ und „Klaus“, die beiden derzeit um die Vorherrschaft über den heimischen Himmel wetteifernden Hochdruckgebiete, mögen uns noch manche Sonnenstunde bescheren, viele Berliner sind vielleicht nicht mal in den Urlaub aufgebrochen und dennoch: Der Sommer 2006 ist Geschichte. Entzugserscheinungen machen sich bemerkbar, ein erstes Zucken im Fuß, der nach Bällen lechzt, und seien sie auch nur virtuelle auf der Leinwand einer Fanmeile; ein Kribbeln in den Hüften, die noch im Rhythmus der Loveparade nachschwingen; ein Bedürfnis nach Lebenslust, das vom gestrigen Christopher Street Day angestachelt, aber nicht befriedigt wurde. Doch was kommt jetzt? Ein paar Konzerte vielleicht von Robbie Williams oder wem auch immer, ansonsten nichts, keine Massenfeier, kein kollektiver Jubel, kein Wir-sind-super-Ringelreihen. Fast fühlen wir uns wieder wie Schulkinder in den Ferien, alle anderen sind weg, nur wir selbst sind zurückgeblieben, und niemand spielt mit uns. Wie lange ist es noch bis zum Berlin-Marathon? Und hoffentlich kommen bald die ersten Weihnachtsmänner aus Schokolade in die Regale, Versprechen zwar ferner, doch schon absehbarer Freuden – Erlösung von der dürren, ereignislosen Zeit des Restsommers 2006.

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