• „Das Wehgeschrei einer Mutter“ - Wie die türkische Hürriyet über den Tod des Häftlings Alper K. berichtet

Berlin : „Das Wehgeschrei einer Mutter“ - Wie die türkische Hürriyet über den Tod des Häftlings Alper K. berichtet

Suzan Gülfirat

Vor knapp einer Woche starb in der Justizvollzugsanstalt Tegel der 35-jährige Häftling Alper K. Nach Aussagen seiner Mitgefangenen soll der offenbar gesunde Mann Opfer der drückenden Hitze geworden sein. Eine Obduktion, die die Todesursache klären soll, dauert noch an. Auch die türkische Hürriyet berichtete über diesen Fall.

„Die Mutter von Alper K. gibt an, dass ihr Sohn aufgrund der schlechten Bedingungen im Gefängnis gestorben ist“, berichtete die Zeitung am Sonntag. „Mein Sohn ist vor den Augen aller gestorben“, zitierte die Hürriyet die trauernde Frau. Die Überschrift zu diesem Text lautete: „Das Wehgeschrei einer Mutter.“ Ihr Sohn sei unschuldig gewesen. Er sei wegen der Verleumdung seiner ehemaligen deutschen Freundin ins Gefängnis gekommen, sagte sie der Hürriyet. Laut Justizangaben büßte Alper K. eine Freiheitsstrafe wegen Drogenverkaufs und Vergewaltigung ab. Sein vorläufiger Entlassungstermin wäre im April 2011 gewesen. Das schrieb die Zeitung nicht. Auch der Rest des Berichtes bestand nur aus Vorwürfen. „Zum Opferfest besuchte der türkische Generalkonsul die türkischen Insassen. Weil er deutscher Staatsbürger ist, durfte mein Sohn nicht zum ihm. Darüber war er sehr traurig.“ Die Mutter wunderte sich zudem darüber, wie ihr Sohn aufgefunden wurde. „Er lag auf dem Bauch. So hat er nie gelegen.“

Zum Schluss zitiert Hürriyet den Sprecher der Staatsanwaltschaft. „Michael Grunwald gibt an, dass die Todesursache erst nach der Obduktion in zwei bis drei Wochen feststehen wird.“ Neben diesem Text zitierte das Blatt in einer Meldung den ebenfalls türkischen Mithäftling Haluk Taskan. Dieser beklagte die Hitze und die Größe seiner Unterkunft. Die Überschrift dazu: „Die Zellen sind zu klein.“

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