Berlin : Das Weiße Haus lässt grüßen

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Von Lothar Heinke

Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika kommenden Mittwoch die Präsidenten-Suite im Hotel Adlon bezieht und aus dem Eckfenster gen Westen guckt, wird ihm wahrscheinlich der Atem stocken: Sein Weißes Haus ist ihm in die deutsche Hauptstadt gefolgt und steht nun unmittelbar hinter dem Berliner Wahrzeichen, ja, es scheint mit dem Brandenburger Tor zu verschmelzen.

„Die Welt rückt näher“ ist das mehrdeutige Motto dieser neuen Telekom-Werbung, die nur für zwei Tage zu sehen sein wird. Am nächsten Dienstag wird sie von Bergsteigern angebracht und löst die vom April-Wind verbogenen Säulen, die zur Zeit auf der Plane abgebildet sind, ab. Am Donnerstag verschwindet das Weiße Haus dann so schnell, wie es aufgetaucht ist. Denn dann ist König Fußball Trumpf: Die Säulen werden zu sechs Fußballerbeinen, die in Stutzen mit den Farben verschiedener Länder stecken.

„Tor und Weißes Haus mit dem Motto ,The world’s getting closer’ ist unser Gruß an George W. Bush in Berlin“, sagt die Telekom zu ihrer Blitzidee, die der Tagesspiegel hier zwei Tage im Voraus präsentiert. In Wirklichkeit muss der amerikanische Staatsgast nicht einmal ans Hotelfenster gehen, um der Fata Morgana seiner Arbeitsstelle ansichtig zu werden – die Präsidentensuite im Adlon ist so gebaut, dass man das Brandenburger Tor auch aus der Mitte des Raumes betrachten kann. Bis Anfang Oktober wird die Telekom noch das Brandenburger Tor als Werbefläche nutzen können. Dann sollen die vom Hauptsponsor Telekom finanzierten Sanierungsarbeiten der privaten Stiftung Denkmalschutz Berlin nach fast zwei Jahren beendet sein. Die Enthüllung des Wahrzeichens ist am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, vorgesehen.

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