Berlin : „Das Ziel heißt: Innenstadt entlasten“

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Was bringt der Tunnel den Autofahrern?

Der Straßentunnel soll Durchgangsverkehr aus dem Parlaments- und Regierungsviertel, aus dem Innenstadtbereich rund um das Brandenburger Tor und dem Großen Tiergarten heraushalten. Autofahrer, die bisher zwischen Moabit und Schöneberg ihren Weg über die Entlastungsstraße oder über den Großen Stern suchen müssen, können nun direkt unter dem Regierungsviertel und dem Tiergarten hindurchfahren.

Befürchten Sie nicht, dass es vor allem an den Ausfahrten am Kemperplatz und am Landwehrkanal zu Staus kommt?

Die Leistungsfähigkeit des Tunnels und der angrenzenden Straßen sind aufeinander abgestimmt. Einfach gesagt, aus dem Tunnel kommt nicht mehr heraus, als in ihn hineinfahren kann. Dafür werden die Ampeln an beiden Enden des Tunnels verkehrsabhängig gesteuert. So kann bei beginnendem Rückstau die Zufahrt geregelt werden. Bei normalem Verkehrsaufkommen wird also ein Stau vermieden.

Ist es noch möglich, die Verbindung vom Landwehrkanal bis zum Schöneberger Kreuz zu bauen?

Zum Bau dieser Straße sage ich klar: Nein! Mein Ziel ist es, die Innenstadt vom Kraftfahrzeugverkehr zu entlasten. Dafür gibt es viele gute Gründe, von der Notwendigkeit besserer Luft, geringeren Lärms, höherer Sicherheit bis zu besserer Aufenthaltsqualität. Die Straße würde genau das Gegenteil bewirken – weil sie noch mehr Durchgangsverkehr anziehen würde.

War es richtig, den Tunnel nur als Stadtstraße und nicht als Autobahn zu bauen?

Ja. Wir haben den Tunnel für den Verkehrsbedarf einer Stadtstraße, nicht den einer Autobahn gebaut. Ich will es noch einmal klar sagen: Der Tunnel ist nicht der übrig gebliebene Teil des Autobahnprojektes Westtangente aus den sechziger Jahren. Er verlegt Verkehr von der Oberfläche eines Teils der Innenstadt unter die Erde, wo er nicht stört.

Ingeborg Junge-Reyer (SPD) ist seit 2004 Senatorin für Stadtentwicklung. Vor der Eröffnung des Tiergartentunnels der Bundesstraße B 96 sprach Klaus Kurpjuweit

mit ihr.

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