Berlin : DAS STADTSCHLOSS

SCHÖPFER

Das Berliner Stadtschloss war eines der bedeutendsten Barockgebäude Europas. Seine Architektur geht auf Andreas Schlüter zurück. Im Auftrag des preußischen Königs Friedrich I. gestaltete er das Renaissanceschloss ab 1699 zur Barockresidenz um. Sein Nachfolger war ab 1706 Johann Eosander von Göthe, unter dessen Leitung das Schloss Richtung Westen erweitert wurde. Kernstück war das Eosanderportal im Stil eines römischen Triumphbogens. Mit dem Ende der Regierungszeit von Friedrich I. musste er die Arbeiten einstellen. Der sparsame Thronfolger, Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., entließ ihn. Martin Heinrich Böhme wurde als dritter Schlossarchitekt beauftragt, die noch offene Südwestfront zu schließen. Danach gab es keine tiefgreifenden Veränderungen mehr. Ausnahme: 1845 bis 1853. Da wurde der Kuppelbau über dem Eosanderportal von Friedrich August Stüler und Albert Dietrich Schadow geschaffen.

SPRENGUNG

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss durch Bomben zerstört, es war aber noch besser erhalten als das später wiederaufgebaute Charlottenburger Schloss. Dennoch ließ es die SED im Jahre 1950 sprengen. Ab 1973 errichtete die DDR am Schlossplatz den Palast der Republik. Er wurde bis Dezember 2008 abgebrochen.

WIEDERAUFBAU

Im Juli 2002 beschloss der Bundestag die Wiedererrichtung des Schlosses mit rekonstruierter Fassade im Norden, Süden und Westen und dem Schlüterhof. Im Inneren soll das moderne Humboldtforum entstehen mit Platz für Ausstellungen, der Zentral- und Landesbibliothek sowie der derzeit in Dahlem gezeigten außereuropäischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. 2007 wurde für dieses Vorhaben der Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Im November 2008 entschied sich die Jury für den weitgehend am historischen Vorbild orientierten Entwurf des italienischen Architekten Francesco Stella. Dagegen klagte ein unterlegener Wettbewerber. Im Dezember soll darüber in letzter Instanz gerichtlich entschieden werden.

TERMINPLAN

Der Bau des Schlosses soll von 2010 bis 2014 dauern. Die neu gegründetete „Stiftung Stadtschloss“ soll die Bauarbeiten überwachen. Der Förderverein will ihr die Gipsmodelle zur Fassadenrekonstruktion bald übergeben. cs

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