Berlin : DAV: Anwaltverein im Regierungsviertel angekommen

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Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hat gestern seinen Geschäftssitz in der Littenstraße in Mitte in Betrieb genommen. Für den 18 Millionen Mark teuren Neubau war im September 1999 der Grundstein gelegt worden. Dem Berufsverband der deutschen Anwälte stehen in dem siebengeschossigen Gebäude 1800 Quadratmeter Fläche mit Büros, Konferenzräumen und einer Bibliothek zur Verfügung. 1000 Quadratmeter wird die Weiterbildungseinrichtung Deutsche Anwaltsakademie nutzen. Der neue Sitz, der direkt neben dem Landgericht liegt, verspreche bessere Kontakte zur Politik und zu den Medien, sagte Hauptgeschäftsführer Dierk Mattik bei einem Empfang mit rund 350 Gästen. Der Einladung waren unter anderem Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin, Bundesinnenminister Otto Schily und der Berliner Justiz-Staatssekretär Diethard Rauskolb gefolgt.

Bezogen hat der Verein die neuen Räume bereits im November. Er saß vorher in Bonn. "Von allen möglichen Standorten ist das der schönste", sagte Mattik. Im Vergleich zu Bonn stehe dem Verein nun viel mehr Platz zur Verfügung. Die neuen Büros seien sehr modern ausgestattet, so gebe es beispielsweise an jedem Arbeitsplatz einen Internet-Anschluss. In dem Haus hat auch der Berliner Anwaltverein seine Geschäftsräume. In der Nachbarschaft befinden sich die Bundes- und die Berliner Anwaltskammer.

Sie freue sich, dass der Anwaltverein einen Platz "in Rufweite zum Bundesjustizministerium gefunden hat", sagte Ministerin Däubler-Gmelin. Sie hoffe, dass die räumliche Nähe der Diskussion um die Justizreform gut tue und wünsche sich den Verein dabei als "kräftigen Motor". Däubler-Gmelin begrüßte die Gründung einer Stiftung für Opfer rechtsextremer und anderer politisch motivierter Gewalt durch den Anwaltverein. Ihnen werden von der Berufsvertretung Prozesskosten erstattet. Im Anwaltverein hatte es dagegen aber auch vereinzelt Bedenken gegeben, weil Opfer linksextremer Gewalt nicht explizit genannt wurden.

Der Präsident des Anwaltvereins, Michael Streck, sagte, das neue DAV-Haus solle ein Ort des demokratischen Gemeinsinns und des demokratischen Mutes sein. Er erinnerte den Namensgeber der Straße, Hans Litten, der während des Nationalsozialismus den Mut aufbrachte, die Vertraulichkeit gegenüber seinen Mandanten zu wahren. Litten kam im Konzentrationslager um. Ein Buch über den Lebensweg Littens hat der Anwaltverein aus Anlass des Umzuges in einer Neuauflage herausgebracht.

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