Berlin : DDR-Grenzturm verfällt

Steffi Bey

Der ehemalige Grenzwachturm im Schlesischen Busch bleibt weiter ungenutzt. Eigentlich sollte das Relikt aus vergangener Zeit längst wieder geschichtsinteressierten Besuchern offen stehen. Aber bislang konnten sich der Bezirk (dem der Betonklotz gehört) und der Tourismusverein Treptow-Köpenick (der den Turm nutzen möchte) nicht einigen.

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"Ungeklärt ist nach wie vor, woher das benötigte Geld für die Instandsetzung des einstigen Grenzturms kommt", stellt Michael Diehl vom Tourismusverein klar. Wie berichtet, hätte der Bezirk lediglich 20 000 Mark für dringend notwendige Reparaturen bereitstellen können. Untersuchungen ergaben jedoch, dass insgesamt etwa 80 000 Mark gebraucht werden. Doch der Verein sieht sich außer Stande, die restliche Summe aufzutreiben. "Deshalb ruhen jetzt erst einmal die Verhandlungen", sagt Diehl. Der Bezirk ist nach wie vor daran interessiert, den Verein als Betreiber zu gewinnen. Denn das Konzept sei sehr überzeugend, heißt es aus der Verwaltung. So sollen dort Ausstellungen gezeigt werden, die an die Teilung Deutschlands erinnern. Außerdem will der Tourismusverein den geschichtsträchtigen Ort als Ausgangspunkt für Führungen nutzen. "Und wir sind daran interessiert, ein Kunstprojekt umzusetzen", kündigt Michael Diehl an. Der ehemalige Grenzverlauf im Schlesischen Busch soll durch blaue und rote Steine markiert werden.

Wie der Leiter des bezirklichen Hochbauamtes, Karl-Friedrich Luther, auf Anfrage erklärte, bemüht sich der Bezirk um Fördermittel aus dem so genannten Programm "Dach und Fach". Erneuert werden müssten unter anderem das Mauerwerk, das Dach und der Sanitärbereich. Seit fast einem Jahr steht der Grenzwachturm nun schon leer. Der Verein des "Museums der verbotenen Kunst", hatte sich zum Ende vergangenen Jahres aufgelöst und die Suche nach einem neuen Betreiber begann. Zehn Jahre lang organisierte dieser Verein das Museumsleben im Schlesischen Busch. Etwa 40 verschiedene Ausstellungen wurden in dem Betonbau gezeigt.

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