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Dealer und Makler : Klassenkampf in Friedrichshain

24.11.2012 14:59 Uhrvon
Kevin P. HoffmannBild vergrößern
Kevin P. Hoffmann - Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Lange schien es, der Stadtteil könne die Widersprüche Berlins auflösen: arm sein und sexy, original und originell. Doch nun wird die dortige Mittelschicht zum Opfer ihrer eigenen Toleranz. Da bleibt wohl nur der Exodus.

Die Mittelschicht muss sich wehren - oder wegziehen

Wir Bewohner und unsere Vertreter in der Bezirksverwaltung unter dem blassen Grünen Franz Schulz sind Opfer der eigenen Toleranz: Drogenhändler, Spielplatzpinkler, Kampfhundführer werden oft als Bereicherung dieses „Ortes der Vielfalt“ begriffen, zu dem die Bundesregierung den Bezirk 2008 erklärt hat. Zugleich ist er Opfer der Finanzkrise: Investoren nutzen die Billigkreditlage, um die letzten Baulücken mit hochwertigen Neubauten zu schließen. Betonmischer poltern durch den Kiez – und erste Geländewagen mit abgedunkelten Scheiben. Mieten steigen. So vernichtet Geld Rückzugsräume gerade für die kleinen Leute, wie Grünflächen und Eckkneipen. Auch das ist Gewalt.

Wenn Oberschicht so auf Unterschicht trifft, bleibt dazwischen kein Platz mehr für die junge Mittelklasse, die die Stütze des lokalen Einzelhandels und der Gastronomie ist. Zieht sie weiter, bleiben dem deindustrialisierten Stadtteil nur die Firmen entlang der Mediaspree. Das einzig Gute an der Gentrifizierung Friedrichshainer Prägung ist, dass der Stadtteil mit seiner moderaten Ausländerquote von 13,5 Prozent (Kreuzberg: fast 29) kaum anfällig ist für simple Botschaften eines Buschkowsky oder Sarrazin. Hier könnten konstruktive Ideen eine Chance haben. Nur „mehr Polizei“ ist keine. Die schlechte Nachricht ist, dass die Bezirksverwaltung unter Schulz den Ortsteil offenbar für ein Biotop hält, in das man nicht eingreifen darf. Und dass der Senat glaubt, mit dem Bau sozialer Wohnungen in Nachbarbezirken ließe sich der Konflikt lösen.

Wir Friedrichshainer, egal woher wir kommen, sollten nicht auf die Politik oder gar die Polizei warten. Wir sollten aufhören, Hundekot, Glasscherben und Gepöbel als künstlerische Ausdrucksform zu begreifen. Wir können rausgehen, einschreiten, unsere Straßen und Plätze gegen Gewalt von unten und oben verteidigen. Oder wegziehen. Dann aber geht ein einst liebenswertes Stück Berlin kaputt.

Dealer und Makler: Wo wirklich jeder zu Hause ist, fühlt sich niemand mehr daheim.

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