• Degewo baut erstes Miethaus seit zehn Jahren: Landeseigene Gesellschaft plant 1500 neue Wohnungen

Degewo baut erstes Miethaus seit zehn Jahren : Landeseigene Gesellschaft plant 1500 neue Wohnungen

Die Mieten steigen, weil es an Wohnungen fehlt. Der Senat macht Druck auf die landeseigenen Unternehmen. Die Degewo reagiert, investiert 130 Millionen Euro und will auch das Tempelhofer Feld bebauen.

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Berlins größte landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Degewo ist auf Senatskurs getrimmt: Am Montag kündigte SPD-Mitglied und Degewo-Chef Frank Bielka in Anwesenheit von Bausenator Michael Müller, ebenfalls SPD, den Bau von „mittelfristig 1500 Wohnungen“ an. Den Anfang macht das „seit zehn Jahren erste Mietshaus“, das die Degewo in Marienfelde errichtet: 52 Wohnungen sind dort insgesamt geplant. Die größte Überraschung ist der Mietpreis: ab sieben Euro je Quadratmeter netto kalt.

Für Neubauten ist das eine günstige Miete, acht Euro sind es im Durchschnitt aller 38 bis 112 Quadratmeter großen Wohnungen an der Waldsassener Straße. Die neuen Wohnungen entstehen auf einem eigenen Grundstück, und das hilft dabei, die Mieten niedrig zu halten. Im Frühjahr kommenden Jahres soll das rund 5,7 Millionen Euro teure Gebäude stehen. Der Bau von weiteren knapp 1000 Wohnungen ist bei der Degewo fest eingeplant. Rund 130 Millionen Euro wird das kosten, so Degewo-Chef Bielka.

Die Degewo interessiert sich auch für Baugrund am Tempelhofer Feld

Auch auf die Baugrundstücke am Rande des Tempelhofer Feldes hat der Vorstand der Degewo zusammen mit der ebenfalls landeseigenen Firma Stadt und Land sowie der Baugenossenschaft Ideal ein Auge geworfen. Wie berichtet sind die ersten Mietshäuser im Bildungsquartier am U- und S-Bahnhof Tempelhof geplant, wo auch die Zentral- und Landesbibliothek entstehen soll. Auf dem Flugfeld sollen 4700 Wohnungen gebaut werden, davon könnten allein die drei Gesellschaften 2000 errichten – das haben sie dem Senat angeboten. Bausenator Müller hatte wiederholt erklärt, dass die landeseigenen Firmen und Genossenschaften bei der Ankurbelung des Wohnungsbaus helfen sollen, weil er sich von ihnen die Schaffung günstigen Wohnraums erhofft.

Ziel der SPD ist es, den Anstieg der Mieten in der Stadt zu bremsen. In den vergangenen zwei Jahren war Berlin um jeweils 40 000 Einwohner gewachsen. Demgegenüber stehen nur etwa 4000 neu gebaute Wohnungen im Jahr. Alle landeseigenen Firmen zusammen wollen Bausenator Müller zufolge „mittelfristig“ rund 3500 Wohnungen errichten. Da es vor allem an günstigen Mietwohnungen fehlt, arbeitet der Senat zurzeit an einer neuen sozialen Wohnraumförderung, von der auf Druck von Partei und Fraktion vor allem die landeseigenen Firmen profitieren sollen.

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