Berlin : Degewo macht Gewinne und erhöht Mieten Wohnungsunternehmen will klare Senatsvorgaben

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Eine Million Euro hat der vom Senat verhängte Mietenstopp die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Degewo bisher gekostet. Nun drängt Finanzvorstand Christoph Beck, dass die Inhalte des umstrittenen „Bündnisses für Mieten“ vom Senat rasch festgelegt werden. Zugleich mahnte er, dass die „vielfältigen Aufgaben“ zur Entlastung des Wohnungsmarktes, die der Senat der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft auferlegen will, nicht zur erneuten Verschuldung der Firmen führen dürften. Denn trotz eines Gewinns von 24 Millionen Euro im vergangenen Jahr hat die Degewo die Gesamtverschuldung ihrer Bestände noch nicht auf 60 Prozent ihres Wertes gesenkt.

Den Gewinn erwirtschaftete die Degewo mit einer Durchschnittsmiete von 5,09 je Quadratmeter und Monat. Damit bleibt ihr Bestand unterhalb des Durchschnittswertes im Mietspiegel (5,25 Euro). Erst durch die vorgesehenen Mieterhöhungen in diesem Jahr wird die Degewo den Mittelwert überschreiten (5,28 Euro).

Wie hoch die finanziellen Einbußen der Gesellschaft durch die geplante Kappung der Mieten sein werden, könne man noch nicht sagen. Wie berichtet, sollen die Mieten landeseigener Wohnungsbaugesellschaften im Rahmen des Bündnisses – Gerüchten zufolge – nicht mehr als 25 bis 30 Prozent des Haushaltseinkommens der Mieter betragen. Auch Degewo-Vorstand Frank Bielka warnte vor einem rigiden Wohnungsmanagement nach sozialen Kriterien. Wie berichtet hat der Senat kürzlich die vor Jahren aufgehobene Vorschrift zur Belegung von geförderten Wohnungen durch Haushalte mit geringen Einkünften wieder eingeführt. Dies könnte laut Degewo-Vorstand den inzwischen gebrochenen Trend zur „Gettoisierung“ von Sozialmietern in Quartieren mit hohem Anteil mietengebundener Wohnungen wieder verschärfen. Die Durchmischung in den Quartieren dürfe nicht wieder „kaputtgemacht werden“.

Sobald die Details des „Bündnisses für Wohnen“ vorliegen und die Regelungen vereinbart sind, will die Degewo die bisher zurückgehaltenen 12000 Mieterhöhungen an ihre Haushalte herausschicken. Um den Markt zu entspannen, will sie 720 Wohnungen auf eigenen Grundstücken errichten. Außerdem sei man am Erwerb eines der 14 Grundstücke interessiert, die vom Liegenschaftsfonds auf Anweisung des Senats für den Bau günstiger Wohnungen gratis an Landesfirmen gehen sollen. Für die Neubauten kalkuliere man mit Mieten von acht Euro pro Quadratmeter und Monat. Ralf Schönball

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