Berlin : Degewo verdoppelt Gewinn Wohnungsbaugesellschaft behält aber hohe Schulden

Die größte Berliner Wohnungsbaugesellschaft Degewo hat ihren Gewinn um 50 Prozent auf 12,8 Millionen Euro gesteigert. Das teilte gestern Vorstand Christoph Beck auf der Bilanzpressekonferenz des landeseigenen Unternehmens mit. Damit erziele man die vom Senat geforderte Rendite in Höhe von drei Prozent auf das Eigenkapital. Das überschüssige Geld werde nicht dem Landeshaushalt zugute kommen, sondern für den Schuldenabbau eingesetzt. Derzeit betragen die Verbindlichkeiten der Degewo rund 1,68 Milliarden Euro – etwa 50 Millionen Euro weniger als im Vorjahr.

Erzielt wurde das Ergebnis durch die eingesparten Zinsen infolge des Schuldenabbaus und durch die Streichung von Stellen. Die Mieten stiegen um durchschnittlich fünf Cent pro Quadratmeter auf 4,73 Euro, und damit zwei Cent unter dem Mietspiegel. Die Firma erwarb vor kurzem 1129 Wohnungen in Kreuzberg von der ebenfalls landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Mitte. Die WBM steckt in finanziellen Schwierigkeiten.

Damit beugt sich die Degewo politischem Druck: Die Koalition aus SPD und Linken lehnt den Verkauf weiterer landeseigener Wohnungen an Privatinvestoren ab. Dennoch versichert Finanzvorstand Beck, dass man die Wohnhäuser zu einem marktgerechten Preis übernommen habe. „Die Preise sanken im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent“, sagte Beck. Deshalb plane die Degewo weitere Zukäufe: Verhandlungen mit Privatinvestoren über den Erwerb mehrerer Hundert Wohnungen seien auf gutem Wege. Derzeit verwaltet die Degewo 70 000 Wohnungen in Marzahn, Wedding, Köpenick, Kreuzberg, Schöneberg und Marienfelde. ball

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