Berlin : DeGeWo will Wohnqualität mit "präventivem Stadtteilmanagement" verbessern

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Aus dem Fenster geworfener Müll, in Brand gesteckte Container, Graffiti an den Hauswänden oder Besäufnisse auf der Parkbank - Alarmsignale eines drohenden Niedergangs von Wohnvierteln. Mit einer Strategie des "präventiven Stadtteilmanagements" will die kommunale Wohnungsbaugesellschaft DeGeWo solchen Tendenzen in der Gropiusstadt in Neukölln entgegenwirken. Es setzt, ähnlich wie das vom Senat initiierte Quartiersmanagement, auf bauliche Verbesserungen, mehr Sicherheit sowie die Eigeninitiative engagierter Mieter. Bei der Gropiusstadt handle es sich um keinen Problemkiez, sagte gestern Stadtentwicklungsstaatssekretär Frank Bielka (SPD). Er hoffe, dass das Stadtteilmanagement eine Entwicklung dahin verhindere.

Bereits seit November 1999 können sich die Mieter der etwa 4500 DeGeWo-Wohnungen in der Gropiusstadt an zwei Mitarbeiterinnen eines Stadtteilbüros wenden. Nun werden nach Angaben von Stadtteilmanager Horst Riese Arbeitsgruppen für Mieter zu den Themen Sicherheit, Wohnumfeldverbesserung und Integration eingerichtet. Für die Zukunft seien Mieterbeiräte nach dem Beispiel des Quartiersmanagements geplant. Für arbeitslose Mieter seien AB-Maßnahmen beantragt. Ein Ziel sei auch, das Image der Gropiusstadt zu verbessern. Nur so würden sich die Bewohner mit ihrem Wohnviertel identifizieren und verantwortungsvoller handeln. Ein Brief, der an die 4500 Haushalte verschickt wurde, fand aber nur wenig Resonanz. Auf die Frage "Möchten Sie sich engagieren, und wenn, zu welchen Thema?" gab es 16 Antwortschreiben.

Als konkreten nächsten Schritt plant die DeGeWo zudem, in einem zweiten Hochhaus einen Concierge-Service einzuführen - dabei bewacht ein Sicherheitsdienst Eingang und Hausflure. Im Gespräch ist ferner, Videoüberwachungskameras zu installieren und ein Mietercafé in einem Waschsalon im Wutzky-Center einzurichten.

DeGeWo-Vorstandsmitglied Thies-Martin Brandt betonte, dass die "Eckdaten" für die Gropiusstadt gar nicht schlecht seien. Nur anderthalb Prozent der Wohnungen stünden leer, vier Prozent der Bewohner seien mit der Miete im Rückstand. Da es sich bei den Wohnungen um sozialen Wohnungsbau handelt, leben dort relativ viele Sozialhilfeempfänger. Der Ausländeranteil liegt mit 14 Prozent etwas über dem Berliner Mittelwert. Positiv hat sich nach Angaben von Riese die Aufhebung der WBS-Bindung ausgewirkt. Seit Anfang 1999 bewürben sich wieder mehr Besserverdienende.

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