Berlin : Degirmencis Mieter bald auf dem Trockenen?

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Das Gezerre um die Wasserrechnung für die Häuser des Immobilienbesitzers Kemal Degirmenci geht weiter: Allen Zusagen zum Trotz ist bisher keine Zwangsverwaltung des von einer Versorgungssperre durch die Berliner Wasserbetriebe bedrohten Wohnblocks in der Einemstraße beantragt. Dies erklärte Justizsprecher Frieder Schmelz gestern auf Nachfrage. Damit ist für die Mieter der über 300 Wohnungen in dem Gebäudekomplex zunächst wieder unklar, wer für die laufenden Wasserkosten von monatlich rund 80 000 Mark aufkommt.

Hausbesitzer Degirmenci schuldet den Wasserbetrieben insgesamt rund 1,8 Millionen Mark. Diese hatten Anfang November mit einer Sperre gedroht, wenn die Mieter nicht künftig selbst für die laufenden Kosten aufkommen. Um die Zahlungen sicherzustellen, sollte daraufhin kurzfristig eine Zwangsverwaltung eingesetzt werden. Dies hatte der Baustadtrat des Bezirks, Gerhard Lawrentz (CDU), mehrfach unter Berufung auf Degirmencis Gläubigerbank, die Berlin Hyp, angekündigt. Eine Zusage, die sich jetzt allerdings als falsch erwies.

"Wir wollen statt dessen eine andere Lösung suchen, die die Interessen der Mieter nicht beeinträchtigt", sagte der Sprecher der Hypothekenbank, Detlef Untermann. Die Wasserbetriebe kündigten unterdessen an, sie müssten erneut mit Sperren drohen, sollte Anfang kommender Woche keine Lösung in Sicht sein. Käme es dann wirklich noch zur Sperre, wäre das Bezirksamt verpflichtet, für die Zahlungen einzuspringen. Baustadtrat Lawrentz sieht dies allerdings als Notlösung an: "Von dem Geld sehen wir doch nichts wieder." Er befürchtet, dass Degirmenci längst zahlungsunfähig ist. Grundbuchauszügen zufolge hatte sich der Immobilienunternehmer bei der Berlin Hyp bereits mit 60 Millionen Mark verschuldet, als das Grundstück in der Einemstraße in seinen Besitz überging. Nach Auskunft der Wasserbetriebe laufen die Rückstände bereits über einen Zeitraum von über einem Jahr auf.

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