Berlin : Dem Fläming Beine machen

Zum Deutschen Wandertag werden ab Mittwoch 50 000 Besucher erwartet 285 Touren werden angeboten. Fünf Brandenburger Routen mit Auszeichnung.

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Bad Belzig - Erstmals in seiner 1000-jährigen Geschichte wird die Kleinstadt Bad Belzig in der kommenden Woche für Fahrzeuge aller Art gesperrt. Nicht einmal Pferdefuhrwerke, Kutschen oder Kremser dürfen die Eingänge zum historischen Zentrum passieren, Autos erhalten erst recht keine Einfahrt. Dafür herrscht auf den Straßen und Plätzen kein Platz, weil zwischen Mittwoch und Sonntag rund 50 000 Menschen in festen Schuhen und mit Lust an der Bewegung in der Natur erwartet werden.

Der 112. Deutsche Wandertag macht erstmals in Brandenburg Station und bringt den Hoteliers gute Auslastungszahlen. „Wir rechnen mit 30 000 bis 50 000 zusätzlichen Übernachtungen“, sagte der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Fläming, Traugott Heinemann-Grüder. Da diese Kapazität in Bad Belzig und Umgebung nicht vorhanden sei, wichen die anreisenden Gäste auf Hotels zwischen Storkow, Berlin und Potsdam aus. Von dort aus fahren sie zum Ausgangspunkt der insgesamt 285 geführten, im Schnitt zwischen drei und fünf Stunden dauernden Wanderungen im südlichen Berliner Umland. Auch Tagesbesucher aus Berlin und Brandenburg werden sich auf den Weg machen. Wer sich nicht vorher im Programmheft oder im Internet seine Strecke ausgesucht hat, fährt mit dem Zug einfach nach Bad Belzig, läuft das kurze Stück zum Marktplatz und steht im großen Info-Zelt mit allen Angeboten. 215 zertifizierte Wanderführer stehen bereit, um die Schönheiten auf den rund 500 Kilometer langen Wanderwegen zu erklären. Die Favoriten stehen nach den eingegangenen Anmeldungen mit dem Burgenwanderweg und dem Kunstwanderweg schon fest.

Der südwestlich Berlins gelegene Fläming mit seinen nur leichten Hügeln kommt dem Trend der deutschen Wanderbewegung genau entgegen. Denn nach einer Umfrage unternehmen zwar fast 50 Prozent aller Deutschen mindestens einmal im Jahr eine Wanderung oder zumindest einen längeren Spaziergang in der Natur, aber 29,5 Prozent bevorzugen dabei flaches Gelände. Hier steigen die Zahlen an, während sie in den klassischen Mittelgebirgen doch zurückgehen.

Da aber auch die Wanderer immer anspruchsvoller werden, hat sich der Deutsche Wanderverband das Gütesiegel „Qualitätswanderweg“ ausgedacht. Hier stimmen die Wegbeschaffenheit, die Ausschilderung, die Einkehrmöglichkeiten oder die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Fünf Brandenburger Routen gehören dazu: der Märkische Landweg in der Uckermark, der Schlaubetal-Wanderweg, die Naturparkroute Märkische Schweiz, der Oderlandweg und der besagte Burgenwanderweg im Fläming. Insgesamt gibt es derzeit rund 2000 Kilometer markierte Wanderwege in Brandenburg.

Alle Informationen unter

www.deutscher-wandertag-2012.de

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