Berlin : Demo für Religionsunterricht

Protestanten und Katholiken rufen zum „Tag der Hunderttausend“

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Die Kirchen wollen massiv gegen die Kürzungen des Senats beim Religionsunterricht vorgehen. Für den 2. Juni rufen sie zum „Tag der Hunderttausend“ auf. Denn in Berlin und Brandenburg gehen mehr als 170000 Kinder in den Religionsunterricht. An sieben zentralen Orten wie der Gedächtniskirche, dem Alexanderplatz und dem Rathaus Schöneberg wollen Lehrer, Schüler und Eltern gegen die Kürzungen protestieren. Zahlreiche Schulen planen für den Tag „gläsernen Unterricht“.

Kirchen und Eltern sind alarmiert, weil der Senat im März entschieden hat, für den Doppelhaushalt 2004/2005 die Zuwendungen an die Kirchen für den Religionsunterricht um fünf Millionen Euro zu kürzen. Der Zuschuss für die Evangelische Landeskirche soll danach von 31,8 Millionen Euro im Jahr 2003 auf 27,6 Millionen Euro für 2005 reduziert werden. Dem Erzbistum würde künftig eine Million Euro fehlen.

„Das ist faktisch der Anfang vom Ausstieg aus der bildungspolitischen Verantwortung“, heißt es in dem Aufruf der Kirchen. Der Bildungsauftrag der Kirchen diene dazu, Schüler mit religiösen Kompetenzen so auszustatten, damit sie unterscheiden lernen zwischen seriösen und gefährlichen religiösen Angeboten. Das aber sei durch die angedrohten Kürzungen kaum noch möglich. Die Protestanten haben vergangene Woche angekündigt, 80 der rund 790 Lehrer in Berlin und Brandenburg zu entlassen, wenn der Senat die Einsparungen nicht zurücknimmt. Die Katholische Kirche kann die Kündigung von 50 ihrer 300 Religionspädagogen nur abwenden, weil alle Lehrer bereit sind, Gehaltseinbußen hinzunehmen. clk

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