Berlin : Demo gegen Bildungsabbau: Von Krippe bis Uni: ein Marsch für alle

Susanne Vieth-Entus

Eine Frage steht einen Tag vor dem großen Bildungs-Sternmarsch zum Roten Rathaus im Raum: Geht das GEW-Konzept auf, die Interessengruppen aus drei so unterschiedlichen Bereichen wie Kita, Schule und Hochschule zu einer gemeinsamen Demonstration zusammenzubringen? Bisher sieht es so aus, als wenn sich in erster Linie die an der Schule Beteiligten auf die Straße begeben werden. Von ihrer Seite kam in den vergangenen Monaten die schärfste Kritik an der Sparpolitik des Senats. Allerdings wird auch mit einigen tausend Demonstranten von Seiten der Kitas und Unis gerechnet.

"Wir brauchen mehr Personal", sagt Burkhard Entrup, der Vorsitzende des Landeselternausschusses Kindertagesstätten (LEAK). Das sei die Hauptmotivation, die Erzieherinnen und Kita-Eltern am Sonnabend auf die Straße treibt. Immer häufiger hänge an Kita-Türen ein Zettel mit der Bitte, die Kinder zu Hause zu lassen, da Erzieher erkrankt seien. Dies bedeute doch, dass die Personalbemessung derartige Ausfallzeiten nicht genügend berücksichtige. Erhebungen der Elternausschüsse in Neukölln und Kreuzberg hätten ergeben, dass durch Krankheit, Urlaub und Fachbesprechungen rund 35 Prozent des Personals nicht für die Kinderbetreuung zur Verfügung ständen. Angesetzt seien für derartige Ausfallzeiten aber nur 27 Prozent, so Entrup. Nachdem nun auch noch 15 Millionen Mark Personalmittel durch eine ungünstigere Stichtagsregelung eingespart worden seien, könnten viele Kitas nur noch die Kinder "aufbewahren" anstatt sie zu fördern. Diese Einbuße an Qualität sei "brennend für alle Eltern", sodass er mit einer hohen Demo-Beteiligung auch von dieser Seite rechnet.

Treffpunkt für Eltern, die mit ihren kleinen oder "fußfaulen" Kindern nicht am Sternmarsch teilnehmen wollen, ist um 13 Uhr vor der Hauptbühne am Roten Rathaus. Dort will der LEAK mit vielen gelben Luftballons und gelber Kleidung "eine gelbe Sonne" bauen, damit die Kita-Interessengruppe wahrgenommen wird.

Die Hochschulen dürften wohl kaum eine "tragende Säule" des Sternmarsches werden, vermutet Rainer Hampel, Leiter des GEW-Referats Hochschule und Forschung. Viele Probleme in diesem Bereich seien eher auf Bundesebene verankert, wie etwa die Bafög-Festsetzung. Allerdings enthalte auch die Änderung des Berliner Hochschulgesetzes einigen Zündstoff. Deshalb unterstützten sowohl die Asten als auch der Aktionsrat gegen Studiengebühren sowie etliche weitere Uni-Gruppen und -Initiativen den Bildungsmarsch.

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