Berlin : Demo gegen Rechts: Nur wenige Schüler gingen auf die Straße

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Es hatte ein großer Tag der Berliner Schülerschaft gegen Rechts und für Toleranz werden sollen - doch dann gingen die meisten bei 30 Grad wohl doch lieber ins Schwimmbad oder in die Eisdiele: Statt der erwarteten 10 000 hatten sich gestern Nachmittag gerade einmal etwa 500 Schüler aufgemacht, um dem "act! - actionstage für courage und toleranz" beizuwohnen. Auch die angekündigten und von eden meisten heiß ersehnten Teenie-Bands "Echt" und "No Angels" ließen sich zu guter Letzt dann doch nicht blicken. Erschienen war immerhin Nina Hagen, die sich dann auch trotz der Hitze sichtlich mühte, die Jugendlichen vor dem Brandenburger Tor bei Laune zu halten - mit Musik, aber auch mit markigen Sprüchen gegen die jahrzehntelange Politik Helmut Kohls.

Organisiert hatten den Aktionstag etwa 20 Jugendliche, sämtlich Schüler von Gymnasien im Westteil der Stadt. "Im vergangenen Sommer haben alle über Rechtsradikalismus geredet", sagte Lena Przibylla, Schülerin des Wilmersdorfer Goethe-Gymnasiums, "und jetzt ist es schon wieder ruhig geworden - dagegen wollten wir ein Zeichen setzen, und zwar nicht nur gegen, sondern auch für etwas." In wochenlanger Kleinarbeit und weitgehend ohne Beteiligung von Lehrern sprachen die Jugendlichen zwischen 16 und 19 Jahren Bands und Politiker an, um sie zum Kommen zu bewegen. Nina Hagen zum Beispiel hat die 16jährige Lena nach eigenen Angaben "bei einem zufälligen Treffen bei einem Projekttag angequatscht - dann wurde noch ein bisschen gemailt und dann ist sie gekommen." Auch Flyer wurden seit Wochen verteilt - in den Schulen, aber auch bei den Konzerten der "Ärzte" und von "Madonna".

An 20 Schulen wurde dank "act!" bereits der gestrige Vormittag zum Aktionstag erklärt; einige weitere beteiligten sich erst am Nachmittag. Um 14.30 Uhr setzen sich die Schüler am Nollendorfplatz, am Halleschen Tor sowie am Alexanderplatz in Bewegung, um 16 Uhr begann die Abschlussveranstaltung am Brandenburger Tor.

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