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Demo in Berlin : Kurden aus ganz Deutschland protestieren gegen das PKK-Verbot

Vor kurzem ist die große PKK-Demo an der Karl-Marx-Allee gestartet. Momentan laufen etwa 4000 Kurden über die Leipziger Straße zum Brandenburger Tor. Bislang blieb es friedlich, es kommt aber zu massiven Verkehrsbehinderungen.

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Jedes Alter ist bei der Demonstration vertreten, die sich für die Auflösung des PKK-Verbotes einsetzt.
Jedes Alter ist bei der Demonstration vertreten, die sich für die Auflösung des PKK-Verbotes einsetzt.Foto: dpa

Rund 4000 Kurden hatten sich an der Berliner Karl-Marx-Allee versammelt, doch der geplante Start verschob sich von 10 Uhr auf 12 Uhr. Momentan beweg sich der Protestzug über die Leipziger Straße in Richtung Brandenburger Tor. Mit großen Reisebussen sind Kurden aus ganz Deutschland nach Berlin gekommen, allerdings dürften es wohl kaum die erwarteten 15 000 Teilnehmer werden. Die Polizei, selbst mit einigen Hundertschaften vor Ort, kontrolliert und durchsucht die Gruppen nach Feuerwerkskörpern und anderem. Das Motto der Großdemonstration lautet: "Den Friedensprozess in Kurdistan fördern. Aufhebung des PKK-Verbots. Freiheit für Abdullah Öcalan“. Anwohner entlang der Strecke waren im Vorfeld bereits per Flyer informiert worden. Der Aufzug startete an der Karl-Marx-Allee, zwischen Alexanderstraße und Schillingstraße. Die Route führt über Alexanderstraße, Grunerstraße, Mühlendamm, Gertraudenstraße, Leipziger Straße, Ebertstraße und Platz des 18. März /Straße des 17. Juni, zwischen dem Brandenburger Tor und dem Denkmal "Der Rufer". Demo-Ende soll gegen 18 Uhr sein.

Der Verkehr in der Innenstadt ist stark behindert, weil viele wichtige Straßen - etwa die Straße des 17. Juni - gesperrt sind. Auch Busse und Straßenbahnen der BVG sind von Straßensperrungen betroffen. Momentan geht beispielsweise nichts mehr auf der Leipziger Straße, die in beiden Richtungen gesperrt ist. Das könnte auch noch die nächsten zwei Stunden so sein.

Die Polizei sperrt auch deshalb weiträumig ab, weil es vor zwei Jahren bei einer ähnlichen Demonstrationen zu Gewaltausbrüchen kam. Darauf weist bisher wenig hin, die Demonstranten verhalten sich friedlich. Allerdings haben Experten des Landeskriminalamts in der Mitte des Zugs auch etwa 150 gewaltbereite Linksautonome entdeckt, die gemeinsam mit jungen Kurden die Stimmung aufzuheizen versuchen.

Offensichtlich auch zur Deeskalation haben die Veranstalter an der Spitze des Zuges kurdische Frauen in farbenfrohen Trachten platziert.

Die Polizei ist mit 1300 Beamten im Einsatz, alle tragen Helme. Beamte mit Migrationshintergrund achten darauf, dass keine verbotenen Sprüche skandiert werden. Plakate mit verbotenem Inhalt wurden zwar bereits im Zug gesichtet, aber noch nicht entfernt, um eine Eskalation zu vermeiden.

Die kurdische Arbeiterpartei PKK wurde vor 20 Jahren in Deutschland verboten. Die PKK und ihre Nachfolgeorganisationen gelten in der EU und den USA als terroristische Vereinigungen.

Die seit 1993 in Deutschland verbotene Arbeiterpartei Kurdistans PKK (Partiya Karkeren Kurdistan) kämpft seit 1984 für einen eigenen Kurdenstaat oder zumindest ein politisches und kulturelles Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. Dabei hat sie auch Anschläge verübt und sich Gefechte mit der türkischen Armee geliefert.

Inzwischen gibt es Friedensverhandlungen zwischen der Türkei und der PKK. In der Türkei, im Irak, Iran und in Syrien leben mehr als 25 Millionen Kurden. (mit dpa)

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