Demonstration blieb weitgehend friedlich : Autonome zogen durch die City West

Die befürchteten Krawalle blieben bis zum späten Abend aus. 1800 Demonstranten, unter ihnen zahlreiche Linksautonome, waren am Samstagnachmittag durch die City West gezogen.

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Sie forderten die Erhaltung des im Mai zwangsversteigerten Kultur- und Wohnprojekts „Köpi“ an der Köpenicker Straße in Mitte. Die Polizei setzte 850 Beamte und schweres Gerät ein. Der Kurfürstendamm wurde mit Wasserwerfern und Räumpanzern abgeriegelt. Gegen 17 Uhr wurden elf Personen festgenommen, die Polizisten mit Latten attackiert haben sollen.

Wie berichtet, hatte die Polizei die beantragte Route über den Kurfürstendamm verboten, das Verwaltungsgericht hatte dies am Freitag bestätigt. So mussten die Köpi-Sympathisanten über die von der Polizei vorgegebene Ausweichroute Lietzenburger Straße und Kleiststraße ziehen. Mehrfach wurde dabei skandiert: „Nehmt ihr uns die Häuser weg, machen wir die City platt.“ Die Demo endete gegen 18 Uhr vor der Commerzbank-Zentrale an der Potsdamer Straße. Die linke Szene wirft dem Bankhaus vor, die Zwangsversteigerung des Hauses betrieben zu haben. Auch die Bank war mit Wasserwerfern, Gittern und einer Hundestaffel gesichert. Von einem Hubschrauber aus beobachteten Polizeibeamte aus der Luft, ob sich von der Demo Kleingruppen abspalteten, um den Kurfürstendamm zu erreichen. Dort hat die Immobilienfirma, die das Haus erworben hat, ihren Sitz.

Schon vor Beginn der Demo wurden mehrere Gruppen Autonomer auf dem Ku’damm von der Polizei gestoppt und zur Demo begleitet. Wie berichtet, hatte die autonome Szene im Internet angekündigt, auf jeden Fall über den Boulevard ziehen zu wollen. „Über den Kurfürstendamm hätte ich sie nie laufen laufen“, betonte Einsatzleiter Andreas Pahl am Abend noch einmal, die massive Abriegelung sei erforderlich gewesen. Der Direktionsleiter lobte die Demonstranten, die sich „an alle Auflagen gehalten haben“. Jedoch wurde bei der Polizei befürchtet, dass es in der Nacht zu Sonntag zu Ausschreitungen kommen könnte. Am späten Abend war ein Konzert im Köpi geplant, zuvor sammelten sich am Kottbusser Tor Sympathisanten zu einer Spontandemo. Kurz nach 22 Uhr waren etwa 400 Personen zusammengekommen, Zwischenfälle gab es bis Redaktionssschluss nicht. Die Polizei war mit mehreren hundert Mann im Einsatz. Das Gebäude des Köpi und angrenzende Grundstücke nahe der Spree waren Anfang Mai ür 1,75 Millionen Euro zwangsversteigert worden, deutlich unter Verkehrswert.

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